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Polizei sprengt internationalen Einbrecherring

Symbolfoto.

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Angelo N., mutmaßlicher Boss einer international agierenden Bande von Wohnungseinbrechern, ist gestern Morgen äußerst unsanft geweckt worden. Der 23- jährige Serbe mit Adressen in Saarbrücken und Neunkirchen hatte sich mit seiner Freundin in ein Hotel in St. Ingbert zurückgezogen. Dort überraschten ihn kurz nach 5 Uhr Beamte des Spezialeinsatzkommandos der Saar-Polizei und vollstreckten einen Haftbefehl. Fahnder sind Frühaufsteher! Fast zeitgleich traten am Donnerstag kurz nach dem Morgengrauen 330 Polizeibeamte aus dem Saarland und Rheinland- Pfalz an 27 Adressen auf den Plan, um den Einbrecherring zu sprengen und Objekte zu filzen. Einsatzleiter Stefan Noll und Polizeisprecher Stephan Laßotta meldeten am Nachmittag, dass elf Haftbefehle und 27 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden seien.

Die Verhafteten, vier Frauen und sieben Männer, im Alter zwischen 20 und 47 Jahren stammen vorwiegend aus Serbien und Bulgarien. Mindestens 13 weitere Tatverdächtige sind identifiziert. Sechs Mitglieder der Bande sitzen bereits seit Wochen hinter Gittern, darunter auch drei 14-Jährige, die Ende April in Illingen auf frischer Tat ertappt wurden. Es wird spekuliert, dass sie in ihren Vernehmungen den Beamten der Sonderermittlungsgruppe Wohnungseinbruch Hinweise zu ihren Komplizen gegeben haben oder in ihrem Umfeld Spuren zu den Mittätern gefunden wurden. Noll wollte dies nicht bestätigen. Er sagte nur, das Beziehungsgeflecht sei durch Auswerten von Beweismaterial und Analyse von Tatzusammenhängen durchleuchtet worden.

Nach den bisherigen Ermittlungen ist die Bande für mehr als 70 Einbrüche zwischen Dezember 2013 und Juni 2014 in Deutschland, Frankreich und der Schweiz verantwortlich. Zudem sollen zwei Raubüberfälle auf Senioren in Saarbrücken- Burbach auf ihr Konto gehen. Bei den Taten gingen die jetzt Inhaftierten arbeitsteilig vor, einige spähten die Tatorte aus, andere stiegen in die Wohnungen ein und die dritte Gruppe verwertete die Beute oder schaffte das Diebesgut ins Ausland, um es dort zu verkaufen. Der Erlös soll unter anderem in Immobilien im Saarland investiert worden sein. Bei den Durchsuchungen in Wohnungen, Geschäfts- und Lagerräumen sowie Garagen in den Saarbrücker Stadtteilen Burbach, Malstatt und St. Arnual, Neunkirchen, Ottweiler, Lebach, Völklingen, Marpingen und Kleinblittersdorf wurde umfangreiches Beweismaterial sowie mögliches Diebesgut sichergestellt.

So räumten die Fahnder etwa die Tresore von drei Geschäften für Gold-Anund Verkauf in Saarbrücken aus. Deren Inhaber, ein Italiener, steht im Verdacht der Hehlerei. Er weilt angeblich in Heimaturlaub, was die Fahnder wenig störte. Ein Schlüsseldienst öffnete die Türen und THWHelfer schnitten in Burbach mit einer Trennscheibe ein Loch in den Wandtresor. Dort wurden auch Gold- und Silberschmuck sowie Dutzende aus Schmuckteilen herausgebrochene Brillanten beschlagnahmt.
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