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Polizei untersucht Massenschlägerei vor Kufa

Von SZ-Mitarbeiter Philip Weber

Saarbrücken. Fünf Beamte des Kriminaldiensts Saarbrücken haben seit einigen Tagen eine besondere Aufgabe. Die „Ermittlungsgruppe Kufa“ bemüht sich, die Schlägereien vom 3. Juli aufzuklären. Zweimal mussten an jenem Sonntag mehrere Polizei-Kommandos ausrücken, weil es zu Massenschlägereien gekommen war. „Die Ermittlungen werden Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern“, seufzt Joseph Alt.

Zehn Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren hatten am frühen Morgen die Türsteher der Disco Kufa angegriffen. Dank der Videoaufnahmen des Ladens konnten die Vorkommnisse dokumentiert und fast alle Beteiligten ausgemacht werden.

„Unsere Jungs haben die Kufa verteidigt“, sagt Klaus Möller, Geschäftsführer der Sicherheitsfirma die seit Anfang 2010 die Security für die Kufa stellt. Die Polizei sieht das anders. Von reiner Verteidigung könne keine Rede sein: „Da wurde von beiden Seiten ausgeteilt.“

Mit dem Eintreffen der Polizei war, wie sich am Abend rausstellen sollte, die Sache noch nicht geklärt. Die Türsteher sammelten und verstärkten sich, um die Vorkommnisse „mit Hilfe von Freunden richtigzustellen“, sagt der Securitychef. Die zusammengetrommelte Gruppe fand drei der Angreifer vom Morgen am Dudoplatz und rächte sich.  Über die genauen Umstände weiß die Polizei nur wenig: „Zu den Geschehnissen gibt es keine neutralen Aussagen“, erklärt Alt.
„Eine äußerst dämliche Aktion“, findet Klaus Möller und distanziert sich von dem Racheakt, „aber das war nicht dienstlich in ihrer Funktion als Türsteher. Und es waren ja auch mehr Beteiligte, als wir Mitarbeiter haben.“

Joachim Clemens, Geschäftsführer der Kufa, findet die Geschichte unfassbar und hat Konsequenzen gezogen: „Das ist völlig indiskutabel. Türsteher dürfen niemanden schlagen. Als ich montags davon erfahren habe, habe ich mich sofort von der Firma getrennt.“ Dass die Schuld aber nicht allein bei den bezahlten Aufpassern liegt, weiß er. Auch die Gäste machen immer mehr Probleme: „Anfang der 80er Jahre brauchten wir niemanden, in den 90ern zwei Mann am Abend, heute brauchen wir bis zu zehn Sicherheitsleute. Wir geben 15.000 bis 20.000 Euro pro Monat für die Sicherheit aus.“

Was Auslöser für die Schlägereien war, konnte noch nicht geklärt werden. „Das ist eine eigene Welt. Ich blicke da nicht durch, ich wüsste auch gerne, was da los ist“, bekennt der Discobetreiber. Er habe nur gehört, dass es im Vorhinein Streitigkeiten via Facebook gab. Von Beleidigungen über das Internet weiß auch die die Ermittlungsgruppe: „Facebook stellt der Polizei aber keine Informationen zur Verfügung.“ Sicher scheint zumindest, dass es sich um eine „private Geschichte“, wie Securitychef Möller sagt, handelt.

Joseph Alt von der Polizei: „Da hat sich was hochgeschaukelt. Die Türsteher-Szene ist keine feststehende Gruppierung. Sie hat nach unserem Erkenntnisstand auch keinen Bezug zu einer Rockergruppierung. Ich würde ausschließen, dass eine Art Bandenkrieg droht.“

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