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Polizei warnt vor Internet-Gangstern

Tief in der Nacht machen die Räuber Beute. Sie wollen iPads und holen sie sich mit Gewalt von ihren wehrlosen Opfern. Mitten in der Stadt. Ein Dutzend Überfälle gab es seit Mai. Ein Fall für den Kriminaldienst Saarbrücken.

Andere Verbrecher greifen per Computer an. Sie attackieren ihre Opfer mit Mails oder hacken sich in die Rechner, um an Kontodaten zu kommen. Mit genau demselben Ziel operieren die „Gewinn-Mitteiler“, die Glück in einem Preisausschreiben vorgaukeln. Natürlich nur, um sich die Kontonummer ihres Opfers zu erschleichen. Der Kriminaldienst (KD) Saarbrücken jagt die Täter.

Christian Eckert (50) leitet jetzt den KD. Rund 10 000 Fälle im Jahr bearbeitet das auf vier Sachgebiete verteilte 66-köpfige Team jedes Jahr. 51,9 Prozent beträgt die jüngste Aufklärungsquote. Sie bleibt zwangsläufig nur einstellig beim Taschendiebstahl, den die arglosen Opfer erst viel später bemerkt haben. Und sie erreicht 100 Prozent bei häuslicher Gewalt. Davon gab es voriges Jahr 800 Fälle in Saarbrücken.

Straftaten wie Körperverletzung, Raub oder Betrug im Internet erschüttern das Sicherheitsgefühl schwer. Eckert reizte es, nach 33 Dienstjahren genau dort Verantwortung zu übernehmen, wo Polizei Opfern noch an Ort und Stelle zeigen kann: Ihnen hilft jemand. Gerade nach häuslicher Gewalt ist das wichtig. „Die Polizei schreitet ein und trifft Maßnahmen zum Schutz des Opfers, in der Regel der Frau.“

Das fängt beim Hausverweis für den Mann an und reicht vom Betretungsverbot für die Wohnung bis hin zum Verbot, sich dem Opfer zu nähern.

Das Landeskriminalamt, wo er organisierte Kriminalität bekämpfte, war eine Karrierestation Eckerts. Die Leitung des Kriminaldauerdienstes eine weitere – nun gefolgt vom Chefposten in der Karcherstraße.

Was in den vier Sachgebieten neben dem anstrengenden Ermittlungsalltag anliegt, interessiert Eckert täglich. Beispiel: Die Jugendexperten des KD gehen auf öffentlichen Plätzen gegen das Komasaufen vor. Sie schauen, wo Kinder und Jugendliche zur Flasche greifen, um jene zu erwischen, die illegal Alkohol an die viel zu jungen Kunden abgeben. Auslöser ist die erschreckende Zahl von jungen Leuten, die sich krankenhausreif trinkt. 2012 passierte das im Saarland rund 500-mal. Zu einem Team, das bei jedem Einsatz um Leben kämpft, gehört der neue KDChef auch noch. Er ist in der Verhandlungsgruppe der saarländischen Polizei. Die 20 Spezialkräfte sind gefordert, wenn Menschen sich das Leben nehmen wollen oder jemand Geiseln in seiner Gewalt hat.

Entspannen kann der durchtrainierte KD-Chef beim Ausdauersport. Verständnis für die Haken und Ösen des Jobs ist Eckert nach Feierabend sicher. Denn Freude an Polizeiarbeit liegt in der Familie. Sein Sohn ist bei der Inspektion Burbach im Einsatz, seine Lebensgefährtin beim Kriminaldauerdienst.
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