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Polizeichef: Saarbrücken keine unsichere Stadt

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Verbrechen wird es immer geben. Da macht sich Peter Becker nichts vor. Als Chef der Saarbrücker Polizei ist es allerdings Aufgabe des Leitenden Polizeidirektors, mit seinem Team möglichst viele Verbrechen zu verhindern – und die, die doch begangen werden, aufzuklären. Diese Aufgabe nehmen er und seine rund 300 Beamten im Polizeibezirk Saarbrücken-Stadt sehr ernst, versicherte Becker gestern im SZ-Gespräch. Deshalb werde er sich eine Statistik des Bundeskriminalamts, die das Magazin „Focus“ diese Woche veröffentlicht hat, genau anschauen. Saarbrücken gehöre zu den gefährlichsten Städten Deutschlands, hatte „Focus“ mitgeteilt (die SZ berichtete).

Verglichen wird in der Statistik die „Kriminalitätsbelastung“. Die wird nach Straftaten pro 100.000 Einwohner gemessen. In Saarbrücken kamen auf 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr 12.980 Straftaten. Damit landete die Landeshauptstadt auf Platz acht von 80. Mehr Verbrechen pro Einwohner gab es nur in sieben deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern – darunter Berlin, Hannover, Frankfurt und Bremerhaven.



Er werde vor allem mit den Kollegen in den Städten reden, die in der Statistik besser abgeschnitten haben, kündigt Becker an. Wobei das mit Statistiken so eine Sache sei. Saarbrücken habe ja nicht nur die in der Erhebung zu Grunde gelegten 180.000 Einwohner.  Werktags kommen zusätzlich rund 100.000 Berufspendler, 20.000 Schüler und Studenten und rund 25.000 Menschen, die hier einkaufen und ihre Freizeit verbringen, von außerhalb in die Stadt. Auch diese Menschen kommen unter Umständen mit dem Gesetz in Konflikt.

Und so eine Statistik könne auch durchaus etwas Positives über eine Stadt aussagen. „Die Attraktivität einer Stadt schlägt sich in der Statistik nieder. Es gibt Städte, da gehen allenfalls die Altmetalldiebe hin, weil dort sonst nichts zu klauen ist“, sagt Peter Becker.

Und manchmal seien es Delikte, die weniger Anlass zur Sorge geben, die dann aber die Statistik verhageln. 2008 etwa habe die Saarbahn&Bus GmbH offenbar „die Nase voll gehabt“ und verstärkt in Bussen und Saarbahn kontrolliert. Deshalb wurden viel mehr Menschen ohne Fahrschein erwischt als sonst. „Erschleichen von Leistungen“ heißt das dann in der Kriminalstatistik. „Schwarzfahrer sind aber nichts, was mich in Angst und Schrecken versetzt“, sagt Peter Becker.
Oft seien die Angst und die Unsicherheit insbesondere von älteren Menschen unbegründet. Aber auch diese gefühlte Unsicherheit nehme die Polizei ernst. Deshalb sind im Stadtgebiet zum Beispiel 14 Kontaktpolizisten unterwegs.



Eine nur gefühlte Unsicherheit und eine Statistik, die man sich genau ansehen muss – mit dem Hinweis darauf wolle er nicht herunterspielen, dass in Saarbrücken Dinge passieren, die den Menschen zu Recht Angst machen, versichert Becker.  Die Überfallserien auf Tabakläden und andere kleine Geschäfte zum Beispiel. Oder eine „teilweise hohe Aggressivität“, die er unter anderem auf den Konsum von Rauschmitteln zurückführt. Da sei die Polizei gefordert und arbeite wie beim Umgang mit der so genannten Randständigenszene mit Stadtverwaltung, sozialen Diensten und der Kaufmannschaft zusammen. Denn alleine schaffe die Polizei es in einer Großstadt nicht, für Sicherheit zu sorgen. Auch da macht sich Peter Becker nichts vor.





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