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Polizeieinsatz bei Hallen-Abriss

Fischbach-Camphausen. Michael Raab steht vor einem riesigen Trümmerhaufen und vor großen Containern. Hier gibt’s wohl wenig bis nichts mehr zu retten. Von der einst stolzen Ha-Ra-Tennishalle sind der rechte und der linke Flügel abgerissen. Nun kann man noch den traurigen Torso besichtigen. Der 49-Jährige hat den Brass. Mit den Händen in den Manteltaschen schaut er sich die Bescherung an. Seine Frau ist auch da. Es war am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr, als er die Sulzbacher Polizei zum ersten Mal alarmierte.

Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr war der zweite Einsatz der uniformierten Beamten, der dritte gegen 10 Uhr. Das letzte Mal, so die Polizei, war blinder Alarm. Denn da ruhten schließlich die Abbrucharbeiten.
Selbst Inspektionsleiter Werner Pietsch eilte nach Camp-hausen, um mit Hans Raab, dem Chef der Firma Ha-Ra und Vater von Michael Raab, zu reden. Der Junior hatte die Ordnungshüter herbeigerufen. Weil sein Vater (70) trotz einstweiliger Verfügung des Amtsgericht Saarbrücken (SZ vom 16. März) die bestellte Abbruchfirma habe weiterarbeiten lassen. Michael Raab sieht seinen Besitz in Gefahr. Als die SZ vor Ort eintrifft, geht er die Treppen hoch – zur Haustür des gegenüberliegenden Gebäudes. Dort, sagt er, habe mal seine Mutter Elvira gewohnt. Sie ist seit Jahren tot. Auch dieses Haus steht im Wesentlichen auf dem Grundstück, das Hans Raab vor Jahren vom Saarforst Landesbetrieb gepachtet hatte. Nachdem ihm der Pachtvertrag gekündigt wurde – laut Finanzministerium war die Pacht nicht mehr gezahlt worden – beschloss er, wie auch schriftlich aufgefordert, das Grundstück zu räumen.

Der Saarbrücker Nachlassverwalter Carsten Jahn erklärte am Donnerstag auf SZ-Anfrage, dass Hans Raab gegen die einstweilige Verfügung des Amtsgerichts die „Aussetzung der Vollziehung“ beantragt habe. Dieses Ansinnen aber sei zurückgewiesen worden. „Alles ist offen“, sagte er zum möglichen Fortgang der Dinge. Alles andere sei Spekulation. Die mündliche Verhandlung vor Gericht nach der einstweiligen Verfügung sei für 29. März anberaumt. Im Moment sei er als Nachlassverwalter dabei, das Inventar aus dem Haus, in dem Elvira Raab wohnte, zu sichern.

„Ich fühle mich betrogen mit meinem Erbe“, sagte gestern Michael Raab und erzählt auch von seiner 39-jährigen Schwester, die in der Schweiz wohne. Derweil schweift sein Blick ein ums andere Mal über die Trümmerlandschaft gegenüber. Menschliche Zerwürfnisse können Juristen nicht kitten, gleichwohl werden sie darüber befinden, wer hier was beanspruchen kann und wer nicht.
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