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Postkarten-Aktion: Saarbrücker Ordnungsamt appelliert an Falschparker

 Vier Wochen lang gibt es in den City-Cards-Ständern in der Saarbrücker Gastronomie Postkarten, die zum Nachdenken anregen sollen.

Vier Wochen lang gibt es in den City-Cards-Ständern in der Saarbrücker Gastronomie Postkarten, die zum Nachdenken anregen sollen.

Ausreden und Erklärungen sind immer schnell gefunden. Absolutes Halteverbot? „Na ja, ich muss ja eh gleich wieder los.“ Für Bewohner reservierte Parkplätze? „Ach komm, ich bin doch quasi Anwohnerin.“ Eine Busspur? „Ach, bis der Bus kommt, bin ich doch wieder weg.“ Ein Behindertenparkplatz? „Ach was, ich bleibe ja nur ein paar Minuten.“ Eine Zufahrt für Rettungsfahrzeuge? „Da kommen die schon durch.“

Solche Sätze können lebensgefährlich sein. Schon vor vier Jahren hat der damalige Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Roland Demke, erklärt, dass es bei Rettungseinsätzen auf jede Minute ankommt. Wenn da erst mal Autos beiseitegeschoben oder abgeschleppt werden müssen, seien die Überlebenschancen von Menschen in Not sehr gering. Demke mahnte: „Falschparker blockieren in Saarbrücken häufig Feuerwehrzufahrten und Rettungswege. Dabei setzen sie fahrlässig Leben aufs Spiel.“ Geändert hat sich durch solche Appelle nichts. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts erleben das jeden Tag. Und manchmal werden sie auch von Autofahrern beschimpft, die doch eigentlich erkennen müssten, dass sie klar gegen die Regeln verstoßen haben.

Dennoch setzt das Amt nicht nur auf Knöllchen und in besonders gefährlichen Situationen aufs Abschleppen. In diesen Tagen versucht die Stadtverwaltung, mit einer Kampagne für mehr Rücksicht zu sorgen. Vier Wochen lang gibt es in den City-Cards-Ständern in der Saarbrücker Gastronomie Postkarten, die zum Nachdenken anregen sollen.

„Das gedankenlose Missachten elementarer Park- und Halteregeln verursacht häufig Gefahrensituationen – besonders für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Unsere Aufgabe ist es, für ein faires Miteinander der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gäste in Saarbrücken zu sorgen“, schreibt das Ordnungsamt auf der Rückseite der Karte.

Man lässt aber keinen Zweifel daran, dass es bei diesen freundlichen Worten bleibt. Das Ordnungsamt werde Falschparken weiterhin „konsequent ahnden“. Und Autos, die so geparkt sind, dass sie „eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ darstellen, werden auf Kosten des Halters abgeschleppt. „…bin ja nur fünf Minuten weg“, wie es auf den Kampagnen-Postkarten heißt, ist jedenfalls kein Grund, gefährlich zu parken. In vielen Situationen kann eine einzige Minute die Zeitspanne zwischen Leben und Tod sein.

Ein Dank ans Ordnungsamt

Von Martin Rolshausen

Es ist erst ein paar Tage her, da hat eine Frau ihren recht großen Wagen mit Frankfurter Nummernschild im Nauwieser Viertel parken wollen. Sie hatte die Auswahl zwischen einem Anwohner- und einem Behindertenparkplatz. Und sie fragte mich, der ich da gerade aus dem Haus kam, also als Anwohner erkennbar war, ob die hier streng kontrollieren. Ich dachte, das sei ein Witz. Die Frau fragt einen Anwohner, ob sie einen Anwohneroder einen Behindertenparkplatz zuparken kann, ohne ein Knöllchen zu bekommen. Ich habe die Frau darauf hingewiesen, dass direkt um die Ecke ein riesiger Parkplatz ist – der Beethovenplatz nämlich. Das war der Moment, in dem sie mich fassungslos angesehen hat. Da müsse man ja richtig Geld bezahlen, war ihr Argument dafür, das Auto dann doch auf den Anwohnerparkplatz zu stellen. Ja, es gibt Momente, in denen man Mitarbeitern des Ordnungsamts mehr Fingerspitzengefühl wünscht. Ja, auch Knöllchenverteiler machen Fehler. Und ja, es ist mitunter schwierig, einen günstigen Parkplatz zu bekommen in der Saarbrücker Innenstadt. Aber das alles ist kein Grund, Bushaltestellen, Fahrradwege, Behinderten- und Anwohnerparkplätze, womöglich sogar Rettungswege zuzuparken. Deshalb bin ich froh, das die Damen und Herren vom Ordnungsamt ihren Job machen.

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