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Praktiker: Ärger wegen Werbung mit Boris Becker

Saarbrücken/Kirkel. Der ehemalige Tennisprofi Boris Becker feiert als neue Werbefigur der saarländischen Baumarktkette Praktiker offensichtlich kein erfolgreiches Comeback. Aktionäre des Unternehmens kritisierten gestern auf der Hauptversammlung der Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG lautstark die Verpflichtung des Sportlers, der alles andere sei als ein überzeugender Botschafter für Einkäufe im Baumarkt.

Eher noch Heinz Becker oder „de Hausmeischda“

„Boris Becker geht nach Feierabend mit Frau und Kind bei Praktiker einkaufen, um am Wochenende Heimwerker zu sein. Was für eine absurde Vorstellung“, sagte der Saarbrücker Kleinaktionär Manfred Klein unter Applaus. Dies sei die wohl unsinnigste Idee, die es bei Praktiker jemals gegeben habe. „Das ist so überzeugend, wie wenn Heidi Klum für Putzmittel wirbt“, meinte Klein. Boris Becker selbst war als Pappkamerad im Foyer der Congresshalle aufgebaut. Klein sagte, man hätte für die Werbekampagne ja eher noch Heinz Becker oder „de Hausmeischda“ nehmen sollen. Denen kaufe man wenigstens das Image ab, einen Bezug zum Handwerk zu haben. Noch besser sei es, das Geld für gute Beratung in die Hand zu nehmen.



Summe nicht genannt

Auch nach mehrmaligem hartnäckigen Nachfragen weigerte sich der Vorstand, mit Hinweis auf vertragliche Details, die Summe zu nennen, für die Becker verpflichtet wurde. Dafür gab es später an anderer Stelle die Quittung. Denn die Aktionäre waren auch mit dem Geschäftsverlauf, den Bemühungen um mehr Kunden und besonders mit dem Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder nicht einverstanden. Kurzerhand verweigerten sie die Zustimmung zur „Beschlussfassung über die Billigung des Systems zur Vergütung der Vorstandsmitglieder“. Damit widersetzten sie sich einem entsprechenden Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat.

Gerhard Roh von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger bezeichnete das Konzept „Praktiker 2013“, mit dem der Markterfolg erhöht werden soll, als „mit Sicherheit nicht ausreichend“. Zum Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Werner sagte Roh: „Sie müssen unrentable Unternehmenszweige abhängen, Kahlschläge machen: Dazu gehört Mut.“ Viele Filialen im In- und Ausland schrieben „tiefrote Zahlen“. Man müsse die Entwicklung im Einzelhandel sehen: „Alle Unternehmen, die dort gescheitert sind, sind nicht an der Konkurrenz gescheitert, sondern an eigenen strukturellen Fehlern.“

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