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Praktiker-Baumarkt macht jetzt alles anders

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. „20 Prozent auf alles.“ Dieser Werbeslogan von Praktiker ist Geschichte. Die saarländische Baumarktkette setzt ab sofort auf eine neue Strategie, die sich von Pauschalrabatten verabschiedet. Zwar würdigten Kunden in Befragungen das Bestreben, den besten Preis zu garantieren. Allerdings gebe es Schwachstellen in der Gesamtbeurteilung der Baumärkte, räumte gestern der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Werner ein. Deshalb werden alle 234 Märkte in Deutschland im Rahmen des Konzeptes „Praktiker 2013“ umgerüstet.

Die wichtigsten Neuerungen greifen schon zum 1. April 2011. Dazu gehört ein Leitsystem, das eine deutlich bessere Orientierung bieten soll. Schon auf dem Einkaufswagen signalisiert ein Navigationsdisplay auf einen Blick, welche Artikel wo zu finden sind. Ein Service-Center im Eingangsbereich steht für Fragen zur Verfügung, ebenfalls ein Kundenlotse. „Unser Ziel ist, dass der Kunde Artikel einfach und schnell findet“, betont Werner. Die einzelnen Gänge mit den jeweiligen Sortimenten sind durchnumeriert und gut erkennbar.

Als wesentlichste Neuerung findet man an vielen Stellen „Triples“, mit denen die Warenpräsentation in drei Sparten unterteilt wird. Beispiel Farben. Als Preiseinstiegs-Angebot gibt es die Eigenmarke Budget. Für Qualität im mittleren Preissegment soll die Eigenmarke Praktiker stehen, an der Preisspitze sind sogenannte „A-Marken“ im Angebot. Alles nach dem Motto „Drei Produkte, drei Qualitäten, drei Preise“. Die Eigenmarke „Praktiker“ soll in vielen Bereichen die wichtigste Rolle einnehmen. Sie soll möglichst das „Qualitäts-Niveau“ der A-Marke erreichen, allerdings preislich jeweils um 15 bis 20 Prozent darunter liegen. Das „Triple-Prinzip“ soll die Produkt-Auswahl erleichtern und den Umsatzanteil der Eigenmarke Praktiker von bisher 30 auf 40 Prozent anheben. Die Einstellung von zusätzlichem Personal ist nicht vorgesehen. Das Personal werde mehr Zeit haben, die Kunden zu beraten.

Bis 2013 soll die alte Ertragskraft des Unternehmens wieder hergestellt sein. Mit einem Gewinn-Zuwachs vor Zinsen und Steuern (Ebita) von dann jährlich mindestens drei Prozent im Inland, sechs Prozent im Ausland und vier Prozent bei den zu Praktiker gehörenden Max Bahr Märkten, die sich auf ein hochwertiges Sortiment konzentrieren. An der Saar unterhält Praktiker Märkte in Saarbrücken, Neunkirchen sowie Ensdorf. Stammsitz des Unternehmens ist in Kirkel.

Die Strategie „Praktiker 2013“ bringt erhebliche Kosten mit sich. Nachdem der Vorstand und das Management verkleinert worden sind, wurde alleine 2010 ein Sonderaufwand von 24,3 Milllionen Euro fällig. 16,6 Millionen Euro entfielen auf Personalabbau/Beratung und die Einrichtung eines Online-Shops (siehe Info). 2,4 Millionen Euro wurden durch Veränderungen im Vorstand fällig, 5,3 Millionen Euro als Aufwendungen für ein Programmbüro sowie Leistungen einer Beratungsfirma. Zudem hat Praktiker eine auf fünf Jahre angelegte Unternehmensanleihe von 250 Millionen Euro platziert. Ziel aller Maßnahmen ist es, den Gewinnzuwachs 2013 auf über 100 Millionen Euro zu steigern.

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