L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Praktikum in Luxemburg: Neue Chance für Arbeitslose

Teilnehmer am Ida-Projekt beim Sprachkurs: Drei Monate werden sie auf ihr Praktikum vorbereitet.

Teilnehmer am Ida-Projekt beim Sprachkurs: Drei Monate werden sie auf ihr Praktikum vorbereitet.

Saarbrücken. Zahlreiche Bewerbungen hat die gelernte Bäckerin Janine Schmitz geschrieben – Resonanz gab es keine. Auch ihre Jobsuche über die Arbeitsagentur blieb lange erfolglos. Mittlerweile allerdings hat Schmitz ebenso eine Beschäftigung in Aussicht wie die Rechtsanwalts-Fachangestellte Jennifer Schumacher, der Verkäufer Martin Swatek und der Elektromaschinenbauer Kai Hoffmann.

Dreimonatiger Sprachkurs plus Praktikum

Sie alle waren arbeitslos und absolvieren im Moment eine Eingliederungsmaßnahme im Rahmen des Programms „Ida Saar-Lux“. Das Ida-Programm, gefördert durch das Bundesarbeitsministerium sowie den Europäischen Sozialfonds, verknüpft einen dreimonatigen Sprachkurs mit einem dreimonatigen Praktikum in einem europäischen Land, um jungen Arbeitslosen eine zusätzliche Qualifikation für die Stellensuche zu verschaffen.

„Im Saarland haben wir noch einen etwas anderen Fokus“, sagt Hermann Schönmeier, Leiter des internationalen Instituts Agef Saar, das das Programm koordiniert. „Wir versuchen, das Praktikum in eine Langzeitstelle zu wandeln.“ Über das Ida-Programm und die Sprachkurse sei es möglich, saarländischen Arbeitslosen die Tür zum Luxemburgischen Markt zu öffnen.

Schon viele Arbeitsstellen vermittelt

Der Erfolg gibt Schönmeier recht: Von den sieben Teilnehmern des ersten Kurses haben fünf mittlerweile eine Arbeitsstelle, drei davon in Luxemburg. Und vom zweiten Kurs haben neun der 16 Teilnehmer einen Job. „Wir können allerdings nicht behaupten, dass das nur an unserem Programm liegt“, sagt Schönmeier. „Natürlich ermuntern wir die Teilnehmer, parallel auch alle weiteren Möglichkeiten zu nutzen.“

Und doch scheint das Konzept aufzugehen: Jennifer Schumacher beispielsweise hat bereits zu Beginn des Praktikums eine langfristige Anstellung in Aussicht gestellt bekommen. „Im Saarland hätten wir sie nicht vermitteln können, weil wir hier einen Überhang bei kaufmännischen Tätigkeiten haben“, sagt Rüdiger Schneider von der zuständigen Agentur für Arbeit in Merzig. Die anderen Teilnehmer haben ähnliche Rückmeldungen bekommen.

Sprachkurse in Französisch und Lëtzebuergesch

In der dreimonatigen Vorbereitung haben alle Teilnehmer beim kooperierenden Bildungsträger CEB Merzig Sprachkurse in Französisch, aber auch Lëtzebuergesch, besucht. „Personalleiter in Luxemburg setzen zumindest die Grundkenntnisse beider Sprachen voraus“, sagt Schneider. Anschließend haben sie sich – gemeinsam mit den Agef-Mitarbeitern – um passende Praktikumsplätze bemüht.

Dabei kommt ihnen zugute, dass Praktika im deutschen Sinne in Luxemburg kaum bekannt sind. Vielmehr betrachten Arbeitgeber das Praktikum als eine Art Probezeit. Ob das Projekt angesichts der Vermittlungskosten von rund 12 000 Euro pro Teilnehmer ein Modell für die Zukunft wird, ist noch offen. Hans-Joachim Fuchtel, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, sieht als Knackpunkt, dass bisher Personengruppen teilgenommen haben, die vergleichsweise gut zu vermitteln waren. „Ob das bei Langzeitarbeitslosen ebenso möglich wäre, ist fraglich.“ Für eine abschließende Bewertung allerdings ist es noch zu früh – das Programm ist bis Mitte 2012 angelegt.

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