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Preise rauf für Parken in Saarbrücken: Bürger wütend

Saarbrücken. Max Schoenberg ist angefressen. „Das ganze führt dazu, dass Saarbrücken wieder einmal schlecht dasteht“, ärgert sich der Vorsitzende des Vereins für Handel und Gewerbe Saarbrücken. Was Schoenberg aufregt, ist die indirekte Erhöhung der Parkgebühren in den Häusern des niederländischen Unternehmens Q-Park.

Der Parkhausbetreiber hat seine Taktung von 45 auf 40 Minuten verkürzt und somit die Preise erhöht. Kosteten beispielsweise im Parkhaus am Rathaus 45 Minuten Parkzeit bislang 1,50 Euro, sind für das gleiche Geld jetzt nur noch 40 Minuten zu haben. Für Schoenberg ist das nicht nachvollziehbar, zumal: „Wir haben mit Q-Park und City Marketing eine Arbeitsgruppe, in der wir gemeinsame Maßnahmen abstimmen, die Saarbrücken attraktiver machen sollen, etwa Park & Smile.“ Das ist ein Rückvergütungssystem, bei dem Kunden für Ihren Einkauf ein Wertticket erhalten, mit dem sie einen Teil der Gebühren in Q-Parkhäusern vergütet bekommen. „Im aktuellen Fall erachtete Q-Park es aber nicht für notwendig, uns vorab über die Neu-Taktung und somit über die Preiserhöhung zu informieren“, erklärt der Vorsitzende der innerstädtischen Gewerbetreibenden.

Auch bei der City Marketing GmbH der Stadt Saarbrücken ist man angesäuert. Walter Poggenpohl, Geschäftsführer der Marketing- Gesellschaft, erklärt: „Im innerstädtischen Bereich sind unsere Besucher ja eh nicht mit günstigen Gebühren konfrontiert. Und wenn man dann nochmal eine Preiserhöhung vornimmt, ist das nicht zu vermitteln.“ Auch Poggenpohl verweist auf „Park & Smile“ und sagt: „Die Preiserhöhung läuft dem voll zuwider.“ Zwar habe er grundsätzlich Verständnis, wenn betriebswirtschaftliche Gründe für eine Erhöhung ausschlaggebend seien, „aber so kann man das nicht machen“. Er empfiehlt Q-Park eine minutengenaue Abrechnung.

Außerdem zeigten andere Parkhausbetreiber, dass es auch anders ginge. Karstadt etwa berechne für jede Stunde 1,60 Euro, die Galeria Kaufhof für die ersten drei Stunden sogar nur 1,50 Euro die Stunde. „Das wird von den Besuchern honoriert, deren Parkhäuser sind immer voll“, unterstreicht Poggenpohl. Was kann der Kunde tun? „Es gibt in Saarbrücken günstige Parkplätze“, erklärt Schoenberg, und nennt beispielsweise die Mainzer Straße oder Parkplätze gegenüber dem Landtag.

Poggenpohl empfiehlt, sich vor dem Einkauf schlau zu machen: „Unter www.saarbruecken.de finden sich unter dem Link Tourismus alle Saarbrücker Parkhäuser mit Öffnungszeiten und Parkgebühren.“ Und da solle man es ähnlich machen wie beim Tanken: „Vorher Preise vergleichen und dann das billigste aussuchen. Auch wenn man vielleicht ein paar Meter weiter zu Fuß gehen muss.“ Die Stadt hat gegen die Preiserhöhung übrigens keine rechtliche Handhabe, da sie die Parkhäuser vor zehn Jahren langfristig an QPark verpachtet hat. tog
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