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Premium-Wanderwege kosten viel Geld

Saarbrücken. Viele im Saarland haben schon dank der milden Temperaturen wieder die Wandersaison eingeläutet. Für das Wandervolk mag es selbstverständlich sein, dass die so genannten Premium-Wanderwege in einem Spitzenzustand sind. Doch dazu bedarf es zahlreicher Stunden an Pflege- und Instandhaltungsarbeiten. Für die Unterhaltung der prämierten Wanderwege sind hierzulande die Städte und Kommunen zuständig.

So ist für die Unterhaltung des Kaltensteinpfades die Stadt Lebach zuständig. Für die Pflege und Instandhaltung werden teils Ein-Euro-Jobber der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (BeQu) des Landkreises Saarlouis herangezogen, teils leistet die Arbeiten ein hauptamtlicher Revierförster, wie die Stadtvewaltung Lebach mitteilte. Im vergangenen Jahr hat die Stadt rund 500 Euro lediglich für neue Markierungsschilder des Pfades ausgegeben. Teils wurden die Schilder von Unbekannten demoliert, teils abgeschraubt, hieß es. Etwa 5000 Euro hat die Stadt Lebach vor drei Jahren für die Auszeichnung des Kaltensteinpfades zum Premium-Weg, für die Beschilderung und die Möblierung ausgegeben.

Revierförster Winfried Fandel geht vier bis fünf Mal im Jahr den rund Acht-Kilometer-Wanderweg der vollen Länge nach ab. Vor allem nach Stürmen sieht er nach, ob Bäume umgestürzt sind und den schmalen Pfad versperren. Bei den Instandhaltungsarbeiten am Kaltensteinpfad wird er zumeist von fünf Beschäftigten der Katholischen Erwachsenen Bildung unterstützt. Schätzungsweise kommen pro Jahr für die Kontrollgänge und die Arbeiten an der Infrastruktur des Weges 125 Arbeitsstunden zusammen, sagt Fandel.

Die Gemeinde Oberthal im St. Wendeler Land lässt sich den Unterhalt des prämierten Rötelsteinpfades im Jahr zwischen 4000 und 5000 Euro kosten, sagt Bürgermeister Stephan Rausch (CDU). Für den Unterhalt und die Pflege des Pfades kommt der Bauhof der Gemeinde und bei Bedarf die St. Wendeler Initiative für Arbeit und Familie (Wiaf) auf. Die Wiaf-Beschäftigten – größtenteils Arbeitslosengeld-II-Empfänger – können von sieben Kreisgemeinden für die touristische Infrastruktur und somit für Pflege der Premium-Wanderwege eingesetzt werden, so das Landratsamt St. Wendel.
Darüber hinaus geht der 60-jährige Werner Rauber aus Oberthal mehrmals die Woche Teilabschnitte des 14 Kilometer langen Weges ab. Rauber ist eine Art Wegewart, der sich ehrenamtlich für die Gemeinde Oberthal engagiert. Er sorgt dafür, dass die Weg-Markierungen vollständig sind, Tritte, Stege und Brücken in Schuss sind und der Pfad ohne Behinderungen begehbar ist. Kurz nachdem der Rötelsteinpfad vor drei Jahren eröffnet wurde, beschädigten Unbekannte etliche Markierungsschilder, berichtet Rauber. „Schilder wurden mutwillig demontiert, überklebt und mit Farbe übersprüht“. Bis heute sei unklar, wer dafür verantwortlich sei.

Dass die landesweit 52 Premiumwege (Stand: März 2011) nichts von ihrer Qualität einbüßen, dafür sorgt das unter anderem Projekt „Tourismus-Qualitätssicherung“ der saarländischen Tourismus-Zentrale. Getragen wird es gemeinsam vom Land, den Landkreisen und der Tourismus-Zentrale. Jeder Weg wird in der Regel zwei Mal pro Jahr von einem Mitarbeiter abgegangen. Der prüft, ob ein Weg noch „premiumtauglich“ ist, sagt die Pressesprecherin der Tourismus-Zentrale, Susanne Renk. Der „Wege-Kontrolleur“ achtet darauf, dass die Aussichten nicht zugewachsen sind, die Wege absolut asphaltfrei geblieben sind und die Beschilderungen vollständig sind, so Renk. Stellt der Mitarbeiter Mängel fest, meldet er diese an die Landkreise. Diese benachrichtigen die Städte und Gemeinden, die umgehend die Mängel beheben.


HINTERGRUND
Im Saarland gibt es 52 Premium-Wanderwege. Das Deutsche Wanderinstitut in Marburg vergibt das „Deutsche Wandersiegel Premiumweg“ jeweils für drei Jahre. Damit auch nach Ablauf der Gültigkeit ein Weg sein Siegel behalten kann, ist eine erneute Prüfung fällig. In den Jahren 2009 und 2010 hat das saarländische Wirtschaftsministerium einen Zuschuss in Höhe von zusammengerechnet rund 249?000 Euro für das Neuanlegen der Premium-Wege bewilligt. Das Wirtschaftsministerium trägt 70 Prozent von den förderfähigen Kosten der Premium-Wanderwege. bera
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