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Privatinvestor - oder Schließung des Flughafen Zweibrücken?

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Der Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) ist „beunruhigt“ über die EU-Flughafenleitlinie, die die Zukunft staatlich subventionierter Nachbar-Airports wie Zweibrücken und Saarbrücken-Ensheim infrage stellt (Seite 1). „Die EU mischt sich wieder in Dinge ein, wo sie nichts zu suchen hat“. Er werde „über politische Gremien einbringen, nach der Wahl darauf hinzuwirken, dass die EU sich nicht mehr in regionale Strukturförderung einmischen kann“. Es gebe „kaum ein besseres Beispiel für erfolgreiche Konversion“ ehemaliger Militärflächen als das Zweibrücker Airportgelände, bei dem der Flugbetrieb auch für die IHK eine wichtige Säule sei.

Für den Flughafen Zweibrücken sieht Pirmann nach der EU-Leitlinie zwei Möglichkeiten, zu überleben: „Erstens: Wir finden einen privaten Investor. Zweitens: eine Saarbrücken- Zweibrücken-Einigung, bei der möglicherweise jede Richtung Federn lassen muss.“ Sollte Zweibrücken geschlossen werden, „müssen wir sehen, wie das Land uns weiterhilft, weil dann wieder eine Konversion erforderlich ist: Was machen wir dann mit der für 19 Millionen Euro frisch sanierten Rollbahn?“

Der kommissarische Zweibrücker Flughafen-Aufsichtsratschef, Landrat Hans Jörg Duppré (CDU), betont, der Flugbetrieb sei für die Sicherung des großen Erfolgs des Vier-Säulen-Projekts (Flughafen, Style-Outlets, Multimedia- Internet-Park, Freizeit) „unbedingt notwendig“.
Er strebe mit dem Saarland eine konstruktive Lösung „über die lokalen Interessen hinaus“ an. Der Flughafen Zweibrücken sei „für das Saarland und die Westpfalz ein ganz wichtiger wirtschaftlicher Entwicklungsfaktor“.

Der Zweibrücker Flughafen- Geschäftsführer Rüdiger Franke betont, man senke bereits seit zwei Jahren das Defizit. Die öffentlichen Beihilfen wie von der EU gefordert innerhalb von zehn Jahren auf null herunterzufahren, „will ich nicht ausschließen, das wird aber sehr, sehr schwer“. Er hoffe noch auf eine „Lex Konversionsflughäfen“. Diese wäre auch wirtschaftlich begründbar: „Die Klophaus-Studie hat ja gezeigt, dass durch jeden Euro, der in das Konversionsgelände Flugplatz Zweibrücken gesteckt wird, volkswirtschaftlich für die Region zwei Euro herauskommen.“

Der Zweibrücker SPD-Landtagsabgeordnete Fritz Presl hat am Montag mit Fraktionskollegen in Brüssel darauf hingewiesen, dass der Flughafen auch wegen Bundeswehr-Übungen der Zweibrücker Fallschirmjäger wichtig sei. Kommissionsvertreter Alain Alexis habe entgegnet, der Flughafen könne solche Argumente vortragen, diese würden dann geprüft. Presl mahnt ebenfalls zur Kooperation Zweibrücken- Saarbrücken: „Wenn es keine Einigung gibt, wird es eng für beide.“

Der Käshofer Grünen-Landtagsabgeordnete Fred Konrad meint: „Die Saar-Regierung hat sich mit ihrem Mauern verzockt, zum Nachteil beider Seiten. Wenn wir jetzt ein fertiges Konzept hätten, statt diesen Unfug, dass Saarbrücken ohne weiteres Konzept die Geschäftsführung in Zweibrücken mit übernimmt, wäre man weiter. Gut sei, dass die EU europaweit gegen ruinöse Airport- Konkurrenz vorgehe. Zwei statt drei Flughäfen in Rheinland- Pfalz und dem Saarland wären auf jeden Fall genug, findet Konrad. Diese könnten dann „mit weniger Subventionen wirtschaftlicher zugunsten des Steuerzahlers arbeiten“.

Uwe Menzner, Vorsitzender der Flughafenfreunde Zweibrücken (die kürzlich 11 000 Unterschriften für den Airport gesammelt hatte), vermisst in den EU-Leitlinien Aussagen zur Infrastruktur von Nachbar- Flughäfen: „Infrastruktur heißt zukunftssicher durch eine ausreichend lange und sichere Runway, was Saarbrücken nicht hat. Anhand der Nähe der beiden Standorte müsste die EU nun auch festschreiben, dass der Standort mit den besseren Voraussetzungen hier die erforderlichen Fördermittel erhält und nicht sinnlos Geld auf das falsche Pferd gesetzt wird.“ Ein gemeinsamer Flughafen mit zwei Standorten würde keine Kosten sparen, so Menzner





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