L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

L125

Priorität: Dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Pro Bahn befürchtet: Bald kein ICE mehr nach Paris

Schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung und bisherige Bahnvorstände erhebt Karl-Peter Naumann. Die Hochgeschwindigkeitsverbindung von Frankfurt nach Paris sei von Anfang an politisch und strukturell falsch geplant worden. Mit der Folge, dass die Strecke über Saarbrücken gegen die Konkurrenz-Strecke über Straßburg nicht überleben werde. „Das befürchte ich. Beide Strecken werden wohl nicht auf Dauer Bestand haben“, sagt Naumann, der bis 2012 Bundesvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn war, heute dessen Ehrenvorsitzender ist und sich als Vorstand im Bündnis „Allianz Pro Schiene“ für einen höheren Marktanteil des Schienenverkehrs im Güter- und Personenverkehr einsetzt.

Die Masse fahre ab Frankfurt. „Und für die wird die künftig schnellere Verbindung über Straßburg attraktiver sein.“ Zudem brächten die aus Nord- und Süddeutschland in Frankfurt eintreffenden Fernzüge weitere Fahrgäste für die ICE/TGV Züge über Straßburg nach Paris. Die Bahn habe schon in der Planung der Hochgeschwindigkeitsverbindung kein nachvollziehbares Konzept gehabt „und nicht gewusst, was sie eigentlich will“, kritisiert Naumann. Ein weiterer deutlicher Nachteil für die Strecke über Saarbrücken sei, dass man selbst durch finanzierbare bauliche Veränderungen, insbesondere in der kurvenreichen Pfalz, keinen wesentlichen Zeitvorteil mehr erreichen könne. Zudem käme es in Schifferstadt sowie unmittelbar vor der Einfahrt in Frankfurt heute schon regelmäßig zu Verzögerungen, die unterwegs erreichte Zeitvorteile wieder beseitigen. „Am Frankfurter Hauptbahnhof gelten bei der Einfahrt der Züge aus allen Himmelsrichtungen Vorfahrtsregeln. Stellen Sie sich mal vor, man würde auf der Autobahn am Frankfurter Kreuz Vorfahrtsregeln einführen“, beklagt Naumann. Die Strecken-Infrastruktur der Bahn weise zahlreiche Missstände auf. Die Planung von Prestigeobjekten wie Stuttgart 21 habe Vorrang gehabt vor der konsequenten Beseitigung von Strecken-Engpässen an viel befahrenen Bahn-Knotenpunkten.

Das Saarland brauche schnellstens ein neues Verkehrskonzept. Denn auch der künftig als S-Bahn-System geplante Zubringer von Saarbrücken nach Mannheim über Kaiserslautern bringe selbst mit neuen Zügen und höherem Komfort keine zufriedenstellende Lösung. Das Saarland sei besser beraten, dem Beispiel von Niedersachsen zu folgen. Dort setzte man jetzt auf den Einsatz neuer Intercity (IC)-Züge. Diese fahren stündlich, werden von der Bahn und dem Land gemeinsam finanziert und böten einen zusätzlichen Vorteil. Auf großen Streckenabschnitten darf man die Züge auch mit Nahverkehrs-Tickets nutzen, die günstiger sind. Die Bahn lasse mit einem Millionenprogramm alte Wagen renovieren. Selbst bei einem Scheitern des Konzeptes der durchgehenden Verbindungen zwischen Frankfurt und Paris über Saarbrücken müsse künftig mindestens ein ICE täglich ab Saarbrücken nach Paris fahren.
 
 
Meinung
Saarland muss schnell handeln
Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia


Die künftig schnellere TGV-Verbindung von Frankfurt über Straßburg nach Paris gefährdet massiv die Alternative über Saarbrücken. Die Landesregierung verfügt über keinerlei gesicherte und belastbare Zusagen der Deutschen Bahn, dass die Verbindung über unsere Region auch längerfristig erhalten bleibt. Die Ministerpräsidentin muss Bahnchef Rüdiger Grube beim Bahngipfel Ende Januar in der Staatskanzlei auf verbindliche Zusagen festlegen. Weicht er wieder aus, ist höchste Alarmstufe angesagt. Die Verkehrs- und Streckenplaner der Bahn haben längst die finanziell lukrativen internationalen Verbindungen auch über 2015 hinaus im Auge.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein