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Profi-Handball soll attraktiver werden

Saarbrücken. Mit Reformen soll der deutsche Handball professioneller und attraktiver gemacht einschneidenden werden. Das ist der Plan, der hinter der Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga steckt und von der Handball-Bundesliga GmbH mit Zustimmung des Deutschen Handballbundes in der Spielzeit 2011/2012 umgesetzt wird. Neben den Chancen einer besseren Vermarktung und der erwarteten Steigerung des Spielniveaus drohen betroffenen Vereinen wie dem Zweitligisten HG Saarlouis aber auch Risiken – etwa die längeren Anreisen und höhere Übernachtungskosten.

„Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Krise ist die Reform ein großer Unsicherheitsfaktor“, sieht Richard Jungmann, Vorsitzender der HG Saarlouis, einen erheblichen finanziellen Mehraufwand auf die Vereine zukommen. Saarlouis müsse aber erst einmal in dieser Saison die Klasse halten und sich in der folgenden Saison sportlich qualifizieren, betont Jungmann. „Dann erst werden wir schauen, ob es uns möglich ist, die eingleisige 2. Liga anzugehen. Im Moment ist das aber unser Ziel“, sagt Jungmann.

Noch größere Skepsis herrscht zurzeit bei den Regionalliga-Vereinen des Handballverbandes Saar, da die Wellen der Reform auch vor den unteren Spielklassen nicht halt machen. Ab der Saison 2010/2011 werden die fünf Regionalliga-Staffeln zu vier dritten Ligen zusammengeführt. Ziel der HF Untere Saar und der VTZ Saarpfalz muss es in der am Wochenende beginnenden Saison sein, einen Qualifikationsplatz zwischen zwei und zehn zu ergattern, also mindestens sechs Teams hinter sich zu lassen.
 
„Wir versuchen, das zu schaffen. Wenn wir das sportliche Ziel erreichen, müssen wir schauen, wie sich alles entwickelt“, sagt Horst Jung. Neben den steigenden Kosten sieht der Vorsitzende des HSV Merzig-Hilbringen (Trägerverein der HF Untere Saar) weitere Probleme, die die dritte Liga mit sich bringen wird. „Die weiten Fahrten sind eine Tortur. Amateur-Spieler und ehrenamtliche Betreuer müssen sich vom Job frei nehmen. Wenn die Belastungen zu groß werden, können wir die Sache nicht mitmachen“, sagt Jung, „vielen kleinen Vereinen wird die Reform das Genick brechen.“

Die gleichen Zweifel hegt Horst Grub. „Die Profis im großen Geschäft, Spieler und Manager, handeln mit immer größeren Summen. Die Ehrenamtler stehen mit dem Rücken zur Wand und wissen nicht, wie sie ihren Sport weiter finanzieren sollen“, kritisiert der Vorsitzende der VTZ Saarpfalz die bevorstehenden Neuordnungen. Besonders das Timing sieht Grub schlecht gewählt. Die Gesellschaft befinde sich in einer Krise, deren Dauer zum aktuellen Zeitpunkt nicht abzusehen sei, erinnert der VTZ-Boss. „Und gleichzeitig wollen Funktionäre noch mehr Profitum in die unteren Ligen bringen. Ein Widerspruch in sich. In jedem Fall aber der falsche Zeitpunkt“, klagt Horst Grub. Roland Schmidt 
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