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Projekt gegen Raserei im Straßenverkehr

St. Ingbert. Ein Mädchen hat das Foto ihrer toten Eltern in der Hand – daneben sind die Worte „Runter vom Gas“ zu lesen. Mit solchen Plakaten an Autobahnen und Schnellstraße soll vor Raserei gewarnt und an die Gefahr von Unfällen erinnert werden. „Jeder Unfall hat seine Geschichte“, sagt Jörg Hugo, Diplom-Sozialpädagoge der Awo. Und an dieser Geschichte sind oft weit mehr Menschen beteiligt, als man im ersten Moment denken mag. Sehr oft auch die Eltern oder Freunde des verunglückten Fahranfängers.

Autofahren bedeutet Verantwortung

„Man liest in der Zeitung immer wieder von schweren Unfällen nach Discobesuchen“, sagt Peter Bumann, Vorsitzender des Kriminalitätsbeirats St. Ingbert. Um diesen traurigen Schlagzeilen den Kampf anzusagen, ist ein Projekt entstanden, das gerade Fahrschülern bewusst machen soll, dass Autofahren auch Verantwortung bedeutet.

Peter Buhmann, Jörg Hugo und Wehrführer Timo Meyer waren zu Gast in der Redaktion, um ihr Präventionsprojekt im einzelnen vorzustellen. Jeweils zwei Fahrschüler der acht St. Ingberter Fahrschulen nehmen ab Mittwoch an vier Gruppenterminen und einem Einzelgespräch teil. Ein ähnliches Projekt hat Jörg Hugo bereits 2003 geleitet. Damals sei eine sehr vertraute Atmosphäre entstanden, denn die jungen Leuten berichteten auch von eigenen Erlebnissen im Straßenverkehr.

Unfallursachen und Unfallfolgen

Der Trainingskursus „Verkehr“ teilt sich grob in zwei Teile: Unfallursachen und Unfallfolgen. Ehe Jörg Hugo die Unterlagen für die jugendlichen Fahranfänger zusammengestellt hat, hat er sich eine Frage gestellt: „Was hätte mich damals in diesem Alter beeindruckt?“ Seine Antwort: „Ziemlich wenig.“ Denn gerade junge Menschen haben oft das Gefühl, alles im Griff zu haben. Hugo spricht deshalb die wichtigsten Unfallursachen wie zu schnelles Fahren, Alkohol am Steuer oder Unachtsamkeit an. Auch Filme setzt er gerne bei den Kursen ein. So ist auf einem Film ein junger Mann zu sehen, der vor der Kamera versucht cool rüberzukommen und verkündet, dass er Alkohol am Steuer nicht gut fände. Aber Cannabis – das ginge schon. „Obwohl der ein oder andere seiner Meinung sein mag, was die Drogen betrifft, will sich dennoch niemand mit ihm identifizieren“, so Hugo. Im Anschluss daran erarbeitet er mit den Kursteilnehmern die Folgen eines Unfalls. Hier kommt auch Wehrführer Timo Meyer ins Spiel. „Ich erzähle, was ich selbst bei Einsätzen erlebt habe“, sagt der Feuerwehrmann. Auf das Zeigen von Fotos verzichtet er. Die seien zu hart und es sei nicht sein Ziel, irgendjemandem Angst vor dem Autofahren zu machen. „Es muss nur jedem klar sein, dass er Verantwortung für viele Menschen übernimmt“, so Meyer. Denn nicht nur die Familien von Unfallopfern haben mit den Folgen zu kämpfen, auch die Einsatzkräfte vor Ort nehmen Bilder und Gerüche vom Unfallort mit. Bei schweren Unfällen kommen deshalb auch Notseelsorger zum Einsatz.

Apell an Verantwortung von Fahrschülern

Ziel des Kurses ist es, auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und die Fahrschüler an ihre Verantwortung für sich und andere zu erinnern. „Jeder Unfall, der vermieden werden kann, ist ein Erfolg“, so Buhmann. Denn wie Timo Meyer in der Praxis erlebt, werde die Masse der Autofahrer zwar ruhiger, aber die Unfälle, die passieren, seien heftiger als zuvor.

Der Präventionskurs zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr startet am morgigen Mittwoch, 29. Juni, 18.30 Uhr, im St. Ingberter Feuerwehrgerätehaus. Dort können die teilnehmenden Fahrschüler – wenn gewünscht – nach der Theorie einen Teil der Gerätschaften der Feuerwehr, die bei Unfällen zum Einsatz kommen, kennenlernen.

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