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Prost! Alkoholexzesse nehmen zu

Viele Jugendliche betrinken sich mit Schnaps und Branntwein, bevor sie in die Disco gehen. Dieses bundesweite Phänomen trifft laut Polizeisprecher Horst-Peter Schäfer auch auf das Saarland zu.

Saarbrücken/St. Wendel. Alkoholexzesse gerade bei jungen Menschen haben in den vergangenen Jahren auch im Saarland zugenommen. Gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle, in diesem Zustand Straftaten zu begehen. Das bestätigt Horst-Peter Schäfer, Mitarbeiter der Pressestelle bei der Landespolizeidirektion in Saarbrücken.

Zwar gebe es keine detaillierten Angaben, die in der Kriminalitätsstatistik nachzuschlagen wären. Aber seine Kollegen machten immer häufiger die Erfahrung, dass bei Einsätzen oftmals auch Alkohol im Spiel ist. „Es ist klar zu erkennen, dass es einen Werteverfall gibt. Hinzu kommt bei vielen Jugendlichen die Perspektivlosigkeit“, sagt Schäfer. Und dann könne es vorkommen, dass sie ihren Frust ausleben und „einen über den Durst trinken“.

Gestiegene Aggressivität durch Alkohol
In diesem Zustand steige die Bereitschaft, sich auch mal zu prügeln oder etwas zu zerstören. Insbesondere der Genuss von Schnaps, Branntwein und Alkopops habe zugenommen, der viele aggressiv mache.

Polizeisprecher Schäfer: „Junge Leute führen in Rucksäcken Hochprozentiges mit.“ So glühten viele Jugendliche vor, bevor sie in eine Disco gehen, und sparten damit Geld. Auch dazu gebe es laut Schäfer keine Polizeistatistik, „aber Erkenntnisse, wohin der Weg geht“. Schäfer warnt allerdings davor, den Diskotheken-Betreibern die Schuld für diese Entwicklung zu geben. „Das ist ein gesellschaftliches Problem, dass ungezügelt getrunken wird.“

Das sieht die Unterhaltungsbranche erwartungsgemäß ähnlich. Joachim Clemens, Geschäftsführer der St. Wendeler Disco Flash und der Kufa in Saarbrücken, verweist auf seine hohen Sicherheitsstandards mit zahlreichen Securitykräften. Außerdem lasse sein Team grundsätzlich keine Besucher unter 16 Jahren in seine Tanztempel. Clemens spricht von zahlenmäßig zu vernachlässigenden Zwischenfällen in St. Wendel: „Zu uns kommen 3000 Leute am Wochenende, von denen fünf Leute auffallen. Da passiert bei jedem Fußballspiel auf dem Dorf mehr.“

Zunehmend seien Polizisten bei Einsätzen selbst Angriffen ausgesetzt, sagt Schäfer: „Die Bereitschaft, auf die Polizei loszugehen, ist gestiegen. Der Respekt vor Polizeibeamten ist längst nicht mehr der wie früher.“ Zuletzt sorgte eine Attacke aus dem Hinterhalt auf einen Streifenpolizisten in St. Wendel an Weihnachten für Schlagzeilen: Dabei sprang ein 23 Jahre alter Mann hinter einem abgestellten Auto hervor und schlug unvermittelt einem Beamten mit der Faust ins Gesicht. Außerdem griff der völlig betrunkene Neunkircher auch noch einen Kollegen an.

St. Wendel kein "Kriminalitätsschwerpunkt"
Obwohl die Ermittler in den vergangenen Wochen gleich mehrmals über Ausschreitungen in St. Wendel berichteten, will der Saarbrücker Polizei-Sprecher hier nicht von einem ständigen Kriminalitätsschwerpunkt sprechen. „So was ist immer nur eine zeitliche Erscheinung. Das hatten wir auch schon in anderen Teilen des Saarlandes.“

Auf einen Blick
Die Polizei setzt auf Vorbeugeprojekte im Zusammenhang mit Alkoholgenuss. Bundesweit bündelt sie diese im Programm Polizeilicher Kriminalprävention (ProPK). Ein Arbeitsbereich nennt sich Bob: Hier verpflichten sich Gaststättenbetreiber, dem Fahrer einer Gruppe aus mindestens drei Personen ein alkoholfreies Getränk zu spendieren.

Unter anderem beteiligen sich im Saarland Lokale in Saarlouis an der Aktion, die 1995 in Belgien startete. Sie richtet sich in erster Linie an junge Autofahrer. hgn
Im Internet liegen weitere Infos bereit: www.polizei-beratung.de oder www. aktion- bob.de





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