A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Prost! Saar- und Mosel-Wein ist dieses Jahr top

Perl. Frühnebel zieht lichte Schwaden durch die Rebstöcke im Perler Hasenberg, Tautropfen glitzern in der Morgensonne und bleiben in den frühherbstlichen Spinnennetzen hängen. Es ist ein friedlicher, fast idyllischer Morgen im Wingert an diesem ersten Tag der Weinlese. Der Geruch von Erde und Blattwerk vermischt sich an diesem ersten Tag der Weinlese mit dem Aroma der dunklen, reifen Trauben. Der saarländische Winzerpräsident Helmut Herber und zehn Erntehelfer stehen um acht Uhr morgens mit Scheren und Eimern im Hang, um den Blauen Frühburgunder zu ernten.

Ist es anfangs noch kühl und feucht, trocknet die Sonne bald Beeren und Blätter. Gesprochen wird kaum, jeder arbeitet still vor sich hin, nur das rhythmische Klappern der Scheren ist zu hören. „Oh, die müsst ihr rausmachen, das sind Trauben von Geiztrieben“, meint Herber plötzlich, zieht eine Dolde aus einem Eimer und weist auf ihre Farbe. „Diese blau-violetten Trauben sind noch nicht reif und sauer. Sie wachsen an Nebentrieben, so genannten Geiztrieben, weil diese mit den Haupttrieben um die Nährstoffe geizen“, erklärt er und zeigt stattdessen auf die blau-schwarzen, reifen Trauben, die süß und fruchtig schmecken. Dann und wann hängen schon vertrocknete, rosinenartige Beeren dazwischen. Die dürfen keinesfalls aussortiert werden, ist in ihnen doch der Zuckergehalt hoch konzentriert. Denn eine Komponente, wie gut ein Wein wohl wird, ist der Zuckergehalt der Früchte.

Trauben haben Top-Qualität


Herber greift in die Hosentasche und nimmt ein so genanntes Refraktometer heraus, mit dem anhand der Lichtbrechung in der Maßeinheit Grad Öchsle gemessen wird, wie viel Zucker in der Traube steckt. 102 Grad Öchsle kann er in einer prallen Traube nachweisen. Der Winzer ist sehr zufrieden: Die Trauben haben Top-Qualität, sind sehr gesund. Der warme, sonnige Spätsommer hat sie sich optimal entwickeln lassen. Es wäre schön, wenn es eine Zeit lang weiter trocken bliebe, hofft er.

Etwa zwei Kilometer weiter in Sehndorf tuckert schon der Traktor mit einer Ladung von etwa 4000 Litern Grauburgunder-Trauben vor dem Kelterhaus des Weinguts Petgen-Dahm. Auch Ralf Petgen hat sich am ersten Lese-Morgen für seinen Wingert im Perler Hasenberg entschieden, allerdings haben seine Erntehelfer Trauben des Grauen Burgunders geschnitten. Die werden jetzt in einem Schneckengewinde zu Maische aufgespalten und durch einen Schlauch auf die Kelter gepumpt. Während der frische Saft über die Kelter rinnt, rennt Petgen in den Weinkeller und schließt den Schlauch an einen Edelstahltank an, in dem der Most etwa drei Wochen bei 14 bis 16 Grad Celsius kühl vergoren wird. Durch die kühle Vergärung werden kaum Aromen ausgeschwemmt, bleiben im Wein, erklärt er. Im Weinkeller ist es kühl und feucht und riecht nach Hefe und Vergärung.

Petgen steht in der Sonne, der Winzer strahlt mit dieser um die Wette: Auch er hat jetzt den Öchsle-Wert einer seiner Trauben bestimmt. 95 Grad, keinerlei Fäulnis, optimale Qualität, fasst er zusammen. Das kann einer der besten Jahrgänge des noch sehr jungen Jahrtausends werden, meint der erfahrene Winzer. 
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