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Prostituierte wegen falscher Verdächtigung verurteilt

Eine junge Dame vom ältesten Gewerbe der Welt wurde nachts nach Blieskastel bestellt. Als sie dort mit einem Taxi eintraf, wurden ihre Dienste nicht mehr benötigt. Der Freier stand an der Hausecke, befriedigte sich selbst, beleidigte die Dame mit übelsten Schimpfworten und verschwand. Bei der Polizei gab sie einen 14-jährigen Jungen als Täter an, der in diesem Haus wohnte. Zu Unrecht – wie sich herausstellte. Wegen falscher Verdächtigung wurde sie zu einer Geldstrafe verurteilt. Zu Recht – befand gestern das Landgericht in der Berufungsverhandlung. Der ebenfalls verurteilte Taxifahrer wurde freigesprochen.

Von SZ-Mitarbeiter Helmut Jakob

Saarbrücken/Blieskastel. Um falsche Verdächtigung ging es dieser Tage in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht. Eine Prostituierte muss eine hohe Geldstrafe zahlen, der Taxifahrer wurde freigesprochen.
Die Dame vom ältesten Gewerbe der Welt steht noch in einem Alter, dass für sie die Jugendkammer zuständig ist. Im vergangenen Jahr wurde sie nächtens telefonisch von Saarbrücken nach Blieskastel bestellt. Als sie mit dem Taxi an der angegebenen Adresse eintraf, wurden ihre Dienste nicht mehr benötigt. Der Freier stand an der Hausecke, befriedigte sich selbst, beleidigte die Dame mit übelsten Schimpfworten und verschwand. Verärgert über die verlorene Arbeitszeit und die entstandenen Taxikosten machte man sich auf die Suche nach dem Unhold. In dem Haus brannte noch Licht, man läutete Sturm. Die Bewohner, eine Frau und ihr 14-jähriger Sohn riefen die Polizei, es war immerhin zwei Uhr nachts. Als die Beamten eintrafen, wurde von beiden der 14-jährige Knabe als der Übeltäter angegeben. Zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Wegen falscher Verdächtigung wurden die Dame und ihr Chauffeur zu hohen Geldstrafen verurteilt.

In der Berufungsverhandlung wurde jetzt der Taxifahrer freigesprochen. Er habe nur das vor der Polizei ausgesagt, was ihm seine Kundin erzählte. Er habe es geglaubt und sich vor einen Karren spannen lassen. Anders beurteilte das Gericht die junge Dame. Für sie bleibt es bei der Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen falscher Verdächtigung. Denn der wahre Übeltäter wurde ermittelt. Und der war, wie das Gericht feststellte, „ein massiver Dachdecker“ und nicht „ein 14-jähriger Knabe“. Spätestens als sich Mutter und Sohn an der Haustür zeigten, hätte sie das erkennen müssen. Eine Verwechslung beider Männer sei unmöglich, daher sei sie zu Recht verurteilt worden. Jht

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