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Proteste gegen Jobbabau bei Bexbach Alstom

Homburg. In Bexbach wehten gestern die Fahnen der IG Metall vor den Werkstoren der französischen Firma Alstom. Denn die rund 250 Beschäftigten der Firma, die im Industriegebiet In der Kolling Turbinenschaufeln baut, sehen ihre Zukunft in Gefahr.

Das Management des Alstom Konzerns mit Sitz in Paris habe angekündigt, weltweit 4000 Mitarbeiter abzubauen, davon 3200 in Europa, auch die deutschen Standorte seien betroffen, so die IG Metall. Details der Umsetzung würden derzeit in der Konzernzentrale in Paris konkretisiert. Diese Einsparungspläne seien sehr überraschend gekommen und bisher nur hinter verschlossenen Türen verhackstückt worden, beklagt sich der Bexbacher Betriebsratsvorsitzende Kai Müller. Er kenne „dieses Spiel“ nun schon seit Jahren, sagt der Gewerkschafter, „da wird erst erzählt, die Konjunktur schleife, dann werden Leute entlassen, dann zieht die Konjunktur wieder an, dann werden wieder im Eiltempo Leute eingestellt.“ Das französische Unternehmen übernahm 2001 von der damaligen Firma ABB die Sparte Kraftwerksbau, die jetzt „Power“ heißt und ein wichtiges Standbein des als Transportmittelbauers bekannten Herstellers ist.



Auch an anderen Alstom-Standorten in Deutschland, darunter in Mannheim, fanden gestern Kundgebungen statt. Die Bexbacher Alstom-Beschäftigten empfanden ihre gestrige Veranstaltung denn auch als Solidaritätsadresse an die Kollegen. Denn ob und wie Bexbach überhaupt von Einsparungen tangiert sein wird, ist noch längst nicht klar.  Immo von Fallois, Leiter Unternehmenskommunikation, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass Bexbach wohl nicht direkt vom Abbau betroffen sei. Außerdem sprach er lediglich von einem geplanten Stellenabbau von 600 Arbeitsplätzen in Deutschland.

Entschieden sei noch nichts, Gründe für den Stellenabbau seien mangelnde Aufträge vor allem im Turbinen- und Kraftwerksbau in Europa. Das sehen die Betriebsräte von Alstom durchaus anders. Schuld an der schlechten Auftragslage sei vor allem das Management, das von Paris aus in „zentralistischer Art und Weise“ herunterregiere und den einzelnen Standorten zu wenig Luft für eigene Kreativität und Flexibilität zubillige, so Kai Müller. Ein Umbau des Konzerns sei dringend notwendig. Die „ständigen und planlosen Umstrukturierungen aus Paris“ schwächten die technischen Innovationen, die dringend notwendig seien, um das Unternehmen am Markt bestehen zu lassen, sagte der Betriebsratsvorsitzende. Das sei das Missmanagement von Absolventen von Elite-Schulen, von denen man etwas anderes erwarten könne, fügte Ralf Cavenius von der IG Metall Homburg-Saarpfalz an.

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