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Prozess: Angeklagter soll Cousinen vergewaltigt haben

Die zwei Schwestern bestätigten die Vorwürfe. Der Mann weist sie zurück.

Saarbrücken. Wer sagt die Wahrheit in dem Vergewaltigungsprozess vor dem Landgericht? Die beiden Frauen Mitte 30, die sichtlich angespannt erzählten, wie sie als Kinder von ihrem nur wenige Jahre älteren Cousin immer massiver sexuell bedrängt und zuletzt als Teenager vergewaltigt wurden. Oder der wegen sexuellen Missbrauchs mehrfach seit 1994 vorbestrafte 41-Jährige?

Er rief gestern mit Blick auf die aktuelle Anklage in den Saal: „Ich bin unschuldig.“ Genauer: In Bezug auf diese fünf Fälle zwischen 1986 und 1992 sei er unschuldig. Die 19 Jahre alte Freundin des Angeklagten, große Teile seiner Familie und deren Freunde scheinen ihm zu glauben. Ob dies am Ende auch das Gericht tun wird, ist offen. Klar ist derzeit nur, dass es ein mühsamer Prozess werden wird, in dem weite Teile der Familiengeschichte des Angeklagten und seiner beiden Cousinen durchleuchtet werden müssen.

Dazu hieß es gestern, am ersten von vorerst drei Sitzungstagen: Alle Betroffenen stammen aus einer sizilianischen Großfamilie, die in mehreren Häusern eng beieinander lebte. Ein ständiges Kommen und Gehen. In dem einen Haus lebten mehrere Generationen der vielköpfigen Teilfamilie des Angeklagten. In dem anderen Haus dessen Großmutter, deren Tochter mit Ehemann und deren Kinder. Darunter zwei Mädchen, seine Cousinen, die etwa sieben Jahre jünger als der spätere Angeklagte sind.

Eine von ihnen – sie hatte 2007 Anzeige erstattet – erzählte dazu vor Gericht: Die Übergriffe hätten angefangen, als sie etwa fünf Jahre alt war. Beim Verstecken-Spielen habe ihr Cousin, damals etwa zwölf Jahre alt, sie befummelt. Über die Jahre sei das immer wieder passiert, sobald er und sie allein gewesen seien. Dabei seien die Übergriffe immer massiver geworden. Mit etwa 13 Jahren sei es erstmals zur teilweisen Vergewaltigung gekommen, dann zur richtigen Vergewaltigung und Bedrohung mit einem Messer.

Die Frau von Mitte 30 weiter: Der Cousin sei auch an ihrer Schwester gewesen. „Ich habe gesehen, wie er mit ihr beim Spielen ins Gebüsch ging.“ Und: „Ich habe sie nachts weinen gehört. Sie hat oft geweint.“ Fazit der Zeugin: „Ich wusste von ihr, sie wusste von mir. Aber wir haben nie darüber geredet. Wir haben es nie geschafft. Es war immer peinlich, und wir haben uns geschämt.“

Warum sie dann immer wieder zu dem Cousin gegangen sei, fragte der Verteidiger. Antwort: „Ich wollte doch nicht zu ihm. Das ist meine Familie. Meine Tante, mein Pate, meine Cousine.“ Ähnlich argumentierte die zweite Schwester. Auch sie berichtete von immer massiveren Übergriffen und speziell von zwei Vergewaltigungen im Alter von 17 Jahren. Erzählt habe sie davon nie etwas. Auch der Schwester nicht. Erst als diese Anzeige erstattete, da habe sie gedacht: „Meine kleine Schwester hat Mut.“ Der Prozess wird heute fortgesetzt.
Wolfgang Ihl
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