L 365, Vollsperrung zwischen Ortsausgang Sitzerath, Straße "Muswiese" und Nonnweiler-Bierfeld, Einmündung Maasberg (Zufahrt zur Fa. Diehl), aufgrund eines defekten Schwertransportes (01:43)

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Prozess: Brüder (19 & 23) erhoffen Freispruch

Saarbrücken. Noch mindestens zwei Mal müssen zwei Brüder aus dem Saarland auf die Anklagebank des Landgerichts und sich dort dem Vorwurf der versuchten schweren räuberischen Erpressung stellen. Die beiden 19 und 23 Jahre alten Männer aus Saarbrücken sollen am Abend des 28. Dezember 2009 mit einem guten Bekannten in den Wald in der Nähe des Ludwigsparkstadions gefahren sein. Dort und später in der Wohnung des 19-Jährigen sollen sie den Mann bedroht, geschlagen und getreten haben (wir berichteten). Dabei ging es angeblich um 750 Euro Schulden aus Drogengeschäften.

Opfer schweigt aus Angst

Der junge Mann erlitt einen Haarriss des Jochbeines und diverse Prellungen. Er musste drei Tage zur Behandlung ins Krankenhaus. Zunächst wollte er die Namen der Männer, die ihn so verletzt hatten, bei der Polizei nicht nennen. Aus Angst – wie er damals und jetzt vor Gericht sagte. Aber schließlich nannte er doch Namen und beschuldigte die beiden mit ihm gut bekannten, ja fast befreundeten Angeklagten. Die weisen die Vorwürfe jedoch komplett zurück. Und am dritten Prozesstag gegen die beiden Männer wurde deutlich, dass die Anklage gegen sie ins Wanken geraten sein könnte. Nach kurzer Zwischenberatung zum Gang der bisherigen Beweisaufnahme hoben die Richter der Großen Strafkammer den Haftbefehl gegen das Duo auf. Prozessbeobachter werten dies als Indiz auf einen möglichen Freispruch. Motto: Die Widersprüche in den Schilderungen des vermeintlichen Geschehens, die Lücken und Unklarheiten des Falles scheinen zu groß zu sein. Was genau damals im Dezember 2009 passierte, ließe sich demnach wohl nicht mehr zweifelsfrei klären. Aber noch ist alles offen. Und zumindest für den jüngeren Bruder wäre der Freispruch vom Vorwurf der versuchten Erpressung lediglich ein Teilfreispruch. Der 19-Jährige muss sich vor dem Landgericht noch zwei weiteren Anklagen stellen, über die an den nächsten Sitzungstagen verhandelt werden wird.

Der erste Vorfall, eine mögliche räuberische Erpressung nebst Körperverletzung, soll sich im April 2010 in der Justizvollzugsanstalt in Ottweiler ereignet haben. Deren Insassen können sich mit ihrem Geld in einem bestimmten Umfang Waren von außerhalb des Gefängnisses kaufen. Damals saß der heutige Angeklagte dort in Untersuchungshaft. Im Duschraum soll er auf einen Mithäftling zugegangen sein und von diesem dessen künftige Einkäufe verlangt haben. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, habe er dem Gegenüber mit der Hand ins Gesicht und mit der Faust auf die Schulter geschlagen. Das mutmaßliche Opfer sei daraufhin eingeschüchtert gewesen und habe dem Angeklagten über mehrere Abende Waren für 78 Euro ausgehändigt, so die Anklageschrift. Gemeldet wurde der Vorfall aber nicht. Das Ganze kam durch einen Zufall heraus. Die dritte Anklage gegen den 19-Jährigen wirkt vor diesem Hintergrund fast kurios. Nachdem der Angeklagte aus der Haft entlassen worden war, musste er sich regelmäßig bei der zuständigen Polizeiwache in Burbach melden. Als er dort am 28. März 2011 gegen 22.30 Uhr auftauchte, stand er unter Drogen. Die Beamten durchsuchten den Heranwachsenden und fanden 1,2 Gramm Haschisch in seiner Hosentasche. Die dritte Anklage gegen den jüngeren Bruder lautet deshalb auf illegalen Drogenbesitz. Der Prozess wird fortgesetzt.
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