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Prozess: Chef soll den eigenen Betrieb abgezockt haben

Symbolfoto.

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Insolvenzverwalter Jochen Eisenbeis musste sich berufsmäßig mit den Ursachen von Firmenpleiten beschäftigen. Wenn es um die Insolvenz der Saarbrücker LSK Plast GmbH geht, ein Spritzgießunternehmen, das bis 2011 mit etwa 70 Beschäftigten für die Automobil- und Elektroindustrie arbeitete, wird der Anwalt in seiner Wortwahl deutlich: „Ich habe selten ein insolventes Unternehmen gesehen, das so leer geräumt wurde.“ Der Ex-Geschäftsführer Rolf T. (73) soll Geld und Vermögen des Betriebes durch Selbstbedienung und über ein Firmengeflecht mit Beraterverträgen für Freunde und Angehörige quasi in die eigene Tasche gelenkt haben. So sieht es jedenfalls die Staatsanwaltschaft Saarbrücken , die nach fast vierjährigen Ermittlungen den Ex-Manager angeklagt hat. Am Dienstag beginnt vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts der Prozess gegen den 73-Jährigen mit Adresse in Rottenburg (Neckar).

Insolvenzverwalter Eisenbeis beziffert die festgestellten Forderungen der Gläubiger des Betriebes auf 5,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hat ihn als Zeugen benannt. Die Vorwürfe gegen T.: Insolvenzverschleppung, Bankrott, mehr als 100 Fälle der Untreue zum Nachteil der von ihm geführten Firma und Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen in etwa 30 Fällen (Schaden knapp 100 000 Euro). Zudem soll der Ex-Manager vor einer Gerichtsvollzieherin eine falsche eidesstattliche Versicherung zur eigenen Vermögenssituation abgegeben haben. Pressestaatsanwalt Christoph Rebmann bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Die Ermittler gehen offenbar davon aus, dass der Ex-Geschäftsführer ein Firmengeflecht nutzte, um die von ihm geführte GmbH zu beerdigen. Die Masche: Er überwies Beraterhonorare, ohne dass die Berater überhaupt eine Leistung gebracht haben sollen. Dabei ging es um rund 500 000 Euro, die teilweise über Umwege in der eigenen Tasche gelandet seien. Verteidiger Guido Britz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
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