L252 Dudweiler - Autobahnzubringer A623 Zwischen Saarbrücken Meerwiesentalweg/Einmündung Dudweiler Straße und Einmündung Autobahnzubringer in beiden Richtungen Gefahr durch Tiere auf der Fahrbahn (21:16)

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Prozess: Gutachter belastet Heckenschützen

Der Heckenschütze von Lebach hätte mit seinem Kleinkalibergewehr andere Menschen töten können. Mit diesem Ergebnis eines Schusswaffenexperten endete gestern der zweite Prozesstag gegen den 27 Jahre alten Mann, der auf einer Landstraße bei Lebach die Autos von 13 Berufspendlern getroffen und einen weiteren Wagen beinahe getroffen hatte. Die Oberstaatsanwältin wirft dem drogen- und alkoholabhängigen Mann versuchten Mord in 14 Fällen vor. Der 27-Jährige habe am frühen Morgen des 19. März 2015 gegen 5 Uhr am Waldrand bei einem alten Steinbruch in Tarnkleidung gelauert und die Autofahrer beschossen.

Der Angeklagte weist dies zurück. Er will mit seinem Gewehr des Kalibers 22 lediglich auf einen Begrenzungspfosten an der Straße gezielt und die Autos aus Versehen getroffen haben. Dabei wurden wie durch ein Wunder lediglich zwei Autoinsassen leicht verletzt. Wie groß die Gefahr am Ort des Geschehens tatsächlich war, verdeutlichte ein Schusswaffenexperte der saarländischen Polizei . Nach seinem Gutachten war die aus dem Jahr 1968 stammende Waffe des Angeklagten zwar alt und ungepflegt, aber funktionsfähig und treffsicher. Das Visier des Gewehrs sei auf eine Entfernung von 25 Metern eingestellt gewesen. Der Gutachter weiter: Um die Gefährlichkeit der verschossenen Munition zu klären, habe man Schussversuche gemacht. Dabei seien die Frontscheibe eines Autos, die Seitenscheiben und die Türen ins Visier genommen worden. Es habe sich gezeigt, dass die Bleigeschosse mit einer Geschwindigkeit von etwa 300 Metern pro Sekunde auftreffen und Glas oder Blech durchschlagen können. Um die Folgewirkung der Geschosse zu prüfen, habe man hinter Glas oder Blech Seifenblöcke aufgestellt, deren Dichte ähnlich der des menschlichen Muskelgewebes ist. Ergebnis: Die Geschosse drangen etwa 12 bis 18 Zentimeter ein. Sie rissen dabei Löcher, die deutlich größer waren als sie selbst.

Die Geschosse aus dem Kleinkalibergewehr hätten also einen Menschen töten können. Damit wird es zur strafrechtlichen Beurteilung der Schüsse auf die Autos maßgeblich darauf ankommen, ob der Angeklagte einen Menschen töten wollte, oder ob er dies zumindest billigend in Kauf nahm. Nur dann kann der 27-Jährige wegen versuchten Mordes verurteilt werden. Andernfalls droht ihm lediglich eine Strafe wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.
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