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Prozess: Kommt Völklinger Bauunternehmer für Jahre hinter Gitter?

Im Prozess gegen einen Völklinger Bauunternehmer (rechts) laufen die Schlussplädoyers: Ihm werden Korruption, Diebstahl und Sachbeschädigung am Bau vorgeworfen.

Im Prozess gegen einen Völklinger Bauunternehmer (rechts) laufen die Schlussplädoyers: Ihm werden Korruption, Diebstahl und Sachbeschädigung am Bau vorgeworfen.

   Im Prozess wegen Korruption, Diebstählen und Sachbeschädigung am Bau wurden gestern die Schlussplädoyers gehalten. Dabei ging der Oberstaatsanwalt mit deutlichen Worten in die Offensive. Die Anwälte des Hauptangeklagten und der drei Mitangeklagten konterten.

Der Oberstaatsanwalt schilderte, wie sich der 37-Jährige vom Maurer zu einem der erfolgreichsten Bauunternehmer im Saarland hochgearbeitet habe. Dann hätten zwei Bagger auf der Baustelle eines Konkurrenten gebrannt. Und es habe sich gezeigt, dass der Unternehmer der Chef einer Diebesbande gewesen sei, die auf anderen Baustellen Material gestohlen habe. Zudem habe der 37-Jährige mehrere Verantwortliche für die 16 Millionen Euro schwere Großbaustelle der Inneren Medizin an der Uniklinik Homburg zur „Klimapflege“ geschmiert. Das seien Gangster- Methoden, für die eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und neun Monaten angemessen sei.

Der Verteidiger des 37-Jährigen sprach dagegen von „menschlichem Fehlverhalten“. Dafür sei eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten ausreichend. Man müsse das Ganze auch aus der Perspektive des Angeklagten sehen. Der 37-Jährige habe bei seinem Aufstieg immer Angst vor einem Absturz gehabt. Um Geld zu sparen, habe er Maschinen auf anderen Baustellen stehlen lassen. Und die Leistungen an Bauverantwortliche in Homburg hätten lediglich der Klimapflege gedient. Die Baustellen seien völlig korrekt gelaufen.

Den Begriff „Klimapflege“ griff auch der Verteidiger eines Ex-Mitarbeiters der Uniklinik auf. Der 60-Jährige hatte für die Uni die Großbaustelle in Homburg im Auge zu behalten. Er nahm dabei kein Geld von dem 37-Jährigen an und ließ sich auch nicht zu einer kulinarischen Reise in die Toskana einladen. Als der Unternehmer ihm jedoch einige Kubikmeter Bruchholz für seinen Kamin sowie Schotter und Edelsplitt für seine Einfahrt zukommen ließ, schickte der Mann die drei Lieferungen nicht zurück.

Damit hat er sich aus Sicht der Anklage der Vorteilsannahme schuldig gemacht und eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen verdient. Der Verteidiger forderte dagegen Freispruch und betonte, dass es um Sachen im Wert von jeweils 10 bis 30 Euro gehe. Das sei sozial adäquat und noch nicht strafbar. Man müsse in einem solchen Fall die regionalen Besonderheiten des Saarlandes sehen. Hier gehe es um „Hauptsach gudd gess“ und „Jeder kennt Jeden“. Wenn man hier wie der Oberstaatsanwalt argumentiere, drohe ein „eisiges Klima zwischen privaten und öffentlichen Händen“. Das Gericht will sein Urteil am Donnerstag (05.12.2013) verkünden. wi

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