A620 Saarbrücken Richtung Saarlouis AS Saarbrücken-Bismarckbrücke Gefahr besteht nicht mehr (19:46)

A620

Priorität: Normal

10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
10°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Prozess: Schülerin (13) reißt von zu Hause aus und landet bei Zuhälter

Saarbrücken. „In hohem Maß unmoralisch, aber rechtlich schwer zu fassen.“ So beschrieb gestern der Vorsitzende Richter am Landgericht das „Geschäftsmodell“ eines 38-Jährigen aus Saarbrücken. Der Mann wurde wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger in vier Fällen zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Nach Feststellung der Richter hatte er zwei Mädchen von 13 und 16 Jahren für sich anschaffen lassen.

Dazu hieß es in der Begründung des Urteils: Der Mann türkischer Abstammung und ohne geregeltes Einkommen sei darauf aus gewesen, möglichst junge Frauen der Prostitution zuzuführen. Seine Zielobjekte seien Mädchen in schwieriger Situation gewesen. Mädchen, die von zu Hause weggelaufen waren, die kein Geld, keine Unterkunft hatten. Junge Frauen, die deshalb bereit gewesen seien, manches zu tun.

Wie vor diesem Hintergrund das Anwerben der Mädchen aussah, das beschrieb eine Zeugin. Sie sei 2006 selbst von zu Hause weggelaufen und habe in der Landeshauptstadt eine 13-Jährige Ausreißerin getroffen. Die Zeugin weiter: Sie habe den Angeklagten gekannt und nach Unterkunft und Hilfe gefragt. Der habe gemeint, das Mädchen könnte ja mit Sex Geld verdienen.

Es sei einfach gewesen, die Schülerin, die von sich sagte, sie sei 16 Jahre alt, zu überreden. Motto: „Wenn Du schon mit jemandem schläfst, dann kannst Du es auch für Geld machen.“ Der Kontakt zu den Freiern sei in einem Hotel oder in der Wohnung eines Bekannten des Angeklagten abgelaufen. Alles habe 50 Euro gekostet. Das Geld habe der 38-Jährige kassiert. Die Mädchen hätten davon vielleicht mal zehn Euro bekommen, sagte die Zeugin.

Laut Anklage wurden insgesamt drei Mädchen zu Opfern des Zuhälters. Das Schicksal einer dieser jungen Frauen blieb strafrechtlich aber am Ende außen vor, weil sie zur Tatzeit über 18 Jahre alt und damit volljährig war. Außen vor blieb auch der Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen mit Blick auf die 13-Jährige. Denn dieser Vorwurf ist nur zu halten, wenn der Täter weiß, dass sein Opfer noch keine 14 Jahre alt ist. Und das war im konkreten Fall anders, da glaubte der Angeklagte, sein Opfer sei 16 Jahre alt. Also blieben zur Verurteilung am Ende nur besagte vier Fälle der Prostitution übrig, in denen die 13-Jährige und eine 16-Jährige ihre Körper verkauft hatten.






Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein