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Prozess gegen Premabüba-Schläger: Erinnerungslücken bei Angeklagten

Diese Männer sollen am 3. Februar 2008 einen Mann vor der Saarbrücker Congresshalle brutal zusammengeschlagen haben.

Diese Männer sollen am 3. Februar 2008 einen Mann vor der Saarbrücker Congresshalle brutal zusammengeschlagen haben.

Zwei Männer müssen sich seit gestern wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen einen heute 44-Jährigen aus Ottweiler nach dem Premabüba 2008 brutal zusammen geschlagen haben.

Saarbrücken. Mit großem Medienaufgebot hat gestern vor dem Landgericht der Prozess gegen zwei Männer aus Saargemünd begonnen. Dem Hauptangeklagten (22) wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, seinem mutmaßlichen Mittäter (25) Körperverletzung.

Der Fall erinnert an einen Überfall in München, bei dem ein Mann zu Tode geprügelt wurde, weil er helfen wollte. Im Saarbrücker Fall überlebte der beherzte Helfer, ein 44-jähriger Geschäftsführer aus Ottweiler. Für seine selbstlose Tat wurde er mit dem Saarländischen Verdienstorden ausgezeichnet. Bis heute leidet der 44-Jährige an den Folgen des Überfalls.

Zum gestrigen Prozessauftakt wäre der Mitangeklagte um ein Haar nicht erschienen und somit der Prozess geplatzt. Zunächst war nur der Hauptangeklagte anwesend. Frankreich hatte ihn nach Saarbrücken in die Untersuchungshaft ausgeliefert. Vor der Auslieferung musste er noch zwei Jahre in Straßburg absitzen.

Die Saarbrücker Behörden ließen bei Prozessbeginn ihre Beziehungen nach Frankreich spielen, um zu erfahren, was mit dem zweiten Mann los sei. Die französischen Kollegen brachten in Erfahrung, dass der Gesuchte unterwegs nach Saarbrücken war. Und tatsächlich erschien er kurz darauf auch – er steckte im Stau.

Premabüba-Schläger: Wir erinnern uns nicht


Was sich genau in den frühen Morgenstunden nach dem Premabüba zugetragen hat, wird das Gericht in den folgenden Prozesstagen klären. Die Angeklagten haben keine Erinnerung oder täuschen das vor. Wie viel sie getrunken haben wissen sie nicht mehr, sie hätten etwa 200 Euro auf dem Ball ausgegeben. Der Ältere zu den Richtern: „Wissen Sie, wenn man getrunken hat, passieren viele dumme Dinge.“ Gleichermaßen bestehen beim Opfer Erinnerungslücken. Er habe eine Frau gehört, die um Hilfe schrie. Dann erinnert er sich an große Schmerzen, als er im Krankenhaus untersucht wurde. Er erlitt zahlreiche Brüche im Gesichtsschädel. Eine Krankenschwester und eine Bundeswehrsoldatin eilten herbei, um Erste Hilfe zu leisten. Auch sie wurden attackiert und erlitten leichtere Verletzungen. Selbst während die Frauen dem Opfer halfen, habe der Hauptangeklagte in gebrochenen Deutsch gefragt „Was soll das?“ und erneut auf den bewusstlosen Mann eingetreten. „Ich dachte der stirbt, wenn nicht gleich Hilfe kommt“, sagte eine der Frauen im Zeugenstand. Der Prozess wird fortgesetzt.
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