L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (01:43)

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Prozess wegen angeblicher Bestechung bei Ford

Saarlouis. „Fotoreporter lauern überall, manchmal auch hinter Büschen.“ Nach diesem Tipp eines Anwalts war die Nervosität des 66-jährigen Angeklagten fast mit Händen zu greifen. Versteckt hinter einem Aktendeckel aus Plastik und einer riesigen Sonnenbrille nebst Mütze auf dem Kopf machte sich der Pensionär und frühere Ford-Mitarbeiter klein. Und er suchte die verschlungenen Wege in dem etwa 100 Jahre alten Justizgebäude, um den Kameras zu entgehen.

Dieses Mal hat er vielleicht Glück. Es waren nur zwei Fotografen, ein Kamerateam und zwei, drei schreibende Journalisten zum erneuten Auftakt des Strafprozesses wegen angeblicher Bestechung bei Ford gekommen. Im März, beim ersten, aus formalen Gründen gescheiterten Anlauf, war das ganz anders gewesen. Damals konnte der Sitzungssaal die vielen Medienvertreter und eine Schulklasse beim Gerichtsbesuch kaum fassen.

Damals wie heute ging es vor dem Schöffengericht um mögliche Korruption bei Installations- und Sanierungsarbeiten in einer Halle der Ford-Werke. Ein heute 52 Jahre alter Unternehmer soll über Jahre den damaligen Instandhalter der Halle geschmiert haben. Unter anderem sollen die Ehefrau und die Söhne des zwischenzeitlich pensionierten 66-Jährigen als angebliche Aushilfen im Betrieb des Unternehmens jeweils 400 Euro im Monat bekommen haben.  Im Gegenzug – so die Anklageschrift gegen die beiden Männer – soll der Angestellte dem Unternehmer geholfen haben, an Aufträge zu kommen.



Konkret aufgelistet sind angeblich nicht ordnungsgemäß erbrachte Tätigkeiten für 17?000 Euro: die Demontage von Containern, die Sanierung von Toiletten im Werkzeugbau mit zwei neuen Toilettenkabinen sowie Reparaturen im Waschraum. Die Angeklagten weisen diese Vorwürfe zurück. Der Unternehmer sagte dazu im März, er habe die Leistungen jeweils so erbracht, wie mit der Bauleitung besprochen.

 Der Pensionär sagte, er habe mit der Auftragsvergabe nie etwas zu tun gehabt. Er sei so etwas wie der Hausmeister gewesen. Wenn etwas kaputt gewesen sei, habe er das gemeldet, und andere hätten es reparieren lassen. Fazit seines Anwalts: „Mein Mandat ist hier völlig falsch.“ Der Pensionär habe auf der Anklagebank nichts zu suchen. Wie die Richter das sehen, ist offen. Der Prozess wird fortgesetzt. wi
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