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Püttlinger ärgert sich über 36 kaputte Außenspiegel

Püttlingen. Was der linke Außenspiegel seines 20 Jahre alten Wagens kostet, weiß der Püttlinger Franz-Josef Render wie aus der Pistole geschossen: 167 Euro. 100 Euro Anzahlung, weil der Hersteller dieses Teil gar nicht mehr vorrätig hat, sondern nur auf ausdrückliche Bestellung herstellen lässt. Der Rest von 67 Euro wird bei Lieferung fällig. Die Summe gibt der gelernte Bäckermeister, der in einer Schokoladenfabrik für Kekse verantwortlich ist, sehr oft aus, um seine Limousine wieder ordnungsgemäß auszustatten. In den fünf Jahren, in denen er mit seiner Familie in der viel befahrenen und für Durchgangsverkehr eigentlich zu schmalen Völklinger Straße wohnt, ist der Spiegel der Fahrerseite exakt 36-mal abgefahren worden. Oft legt Render noch brauchbare Einzelteile in eine Kiste, um hin und wieder aus Unfallschrott einen neuen Spiegel zu basteln. Freunde wissen immer, was sie als Geschenk mitbringen können: einen wie neuen Außenspiegel vom Schrottplatz.

Die Unfallhäufung vor der Hausnummer 55 mag auch damit zu tun haben, dass der Autospiegel nicht einklappbar ist und dass Franz-Josef Render den Wagen immer korrekt auf der Fahrbahn abstellt und nicht teilweise auf dem Gehweg.

Kurioserweise sei es aber so, berichtet er, dass der Spiegel beim teilweisen Parken auf dem Gehsteig sogar noch öfter dran glauben musste. Seine Erklärung: Wenn der – weiße – Wagen ganz auf der Straße steht, wird er besser als Hindernis wahrgenommen und eher vorsichtig umfahren, als wenn man versucht, ihn aus der „Schusslinie“ (der Ideallinie der Vorbeifahrenden) zu halten.

Von den 36 Schadensfällen konnte übrigens nur etwa ein Drittel ordnungsgemäß reguliert werden, die meisten Verursacher flüchten unerkannt, drei wurden polizeilich ermittelt. „Ich bin ja schon froh, wenn ab und zu einer Halt macht“, berichtet der Hausherr von einem „älteren Herrn, der vor drei Wochen klingelte und meinen Spiegel in der Hand hatte. Er war sehr bedröppelt und hat gestaunt, dass ich lachen musste.“ Richtig gelesen, es wird gelacht, trotz der Kosten, die keine Versicherung übernimmt. Franz-Josef Render sieht die Misere immer gelassener. Zu übermächtig ist der Hauptgegner, „die Hektik der Zeit“, als dass es Sinn ergäbe, sich zu grämen. „Ich kann es nicht ändern“, sagt Render.

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