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Purzelnde Preise: Bei Aldi &. Co tobt der Konkurrenzkampf

Für den Marktführer sei dies heute notwendiger denn je, ist der Branchenkenner überzeugt. Denn seit Aldi mehr Markenartikel wie Coca-Cola oder Nivea im Angebot hat, muss sich der Händler stärker als früher dem direkten Preisvergleich mit der Konkurrenz stellen. Und Konkurrenten wie Rewe oder Lidl hatten sich in den vergangenen Monaten geradezu einen Spaß daraus gemacht, mit Sonderangeboten für Coca-Cola den Preis des Marktführers zu unterbieten. Möglich werden die aktuellen Preissenkungsrunden allerdings nur, weil der Anstieg der Rohstoffpreise, der in den vergangenen Jahren die Preisentwicklung im Lebensmittelhandel prägte, weitgehend gestoppt ist. „Aldi nutzt das, um den Wettbewerbern zu zeigen, wer hier den Ton angibt“, sagt Matthias Queck vom Marktinformationsdienst Planet Retail.

Bei den Konkurrenten sorgt die aggressive Preispolitik zunehmend für Unmut. „Das ist Wertvernichtung“, klagte erst kürzlich Rewe-Chef Alain Caparros. Allein die von Aldi angestoßenen Preissenkungen bei Eiern hätten das Unternehmen beim Rohertrag mehrere Millionen Euro gekostet. Doch eine Alternative sieht der Manager nicht. „Wir sind in einer Preisspirale, in der wir mitschwimmen müssen.“

Für die Verbraucher könnte dies weitere Einsparungen bringen. „Solange die Discounter mit Umsatz und Kundenzuwachs nicht zufrieden sind, werden sie weiter an der Preisschraube drehen“, sagt Caparros.

Tatsächlich sind die nächsten Preissenkungen schon abzusehen. Nach den Rotstift-Aktionen bei Butter rechnen die Milchbauern auch mit sinkenden Milch- und Joghurtpreisen. „Die Abwärtsspirale dreht sich weiter“, sagte der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Hans Foldenauer.

Auch Konkurrent Lidl reagiert inzwischen gereizt. In einem für die Branche ungewöhnlichen Schritt kritisierte das Unternehmen die jüngsten Preissenkungen des Rivalen bei Rind-, Hähnchen- und Putenfleisch. Und begründete dies mit der Sorge um den Tierschutz, der bei diesem Preisniveau nicht gesichert sei. Eigentlich hatten Lidl und Rewe zum Wochenanfang selbst Zeichen setzten wollen: Lidl mit der Neuauflage seiner erfolgreichen Stikeez-Sammelfiguren, Rewe mit der Einführung von Payback-Punkten. Doch Aldi hat ihnen die Show gestohlen.

MEINUNG

Lidl war bislang nicht dafür bekannt, die Preise hoch zu halten. Ganz im Gegenteil. Umso erstaunlicher, dass Lidl jetzt die Preissenkungen für Fleisch bei Aldi kritisiert. Vielleicht hat Lidl aber auch erkannt, dass man nicht gleichzeitig bremsen und Gas geben kann. Noch vor nicht all zu langer Zeit haben sich die führenden Discounter mit Branchenverbänden zur „Initiative Tierwohl“ bekannt. Das Ziel: eine nachhaltige Fleischerzeugung. Und eine Verbesserung der Lebensbedingungen des Schlachtviehs.

Vor diesem Hintergrund ehrt es Lidl, die Preissenkungsspirale kritisch zu hinterfragen. Solange Lidl aber nachzieht, bleibt es bei der Doppelmoral.

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