A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Qualmverbot: Lärm-Problem für Saarbrücker Wirte

Saarbrücken. Es wurde viel diskutiert, prozessiert und letztendlich entschieden: Im Saarland darf in Kneipen und Restaurants nicht geraucht werden. Eine Verfassungsbeschwerde wurde im März von den Richtern zurückgewiesen. Auch Raucherräume sind nicht mehr erlaubt. Lediglich Betriebe, die zwischen November 2007 und November 2009 einen Raucherraum eingerichtet haben, erhalten eine letzte Galgenfrist bis zum 1. Dezember. Danach ist auch dort die Qualmerei strengstens verboten. Wirte versuchen indes immer noch, kleine Lücken zu finden, um ihren Gästen den Glimmstängel zu erhalten: Mal nennen sie Raucherräumen für Gäste einfach Privaträume, ein anderes Mal funktionieren sie ihre Wirtschaft einfach zum Raucherclub um.

In der Regel gehen die Raucher in Saarbrücken zum Qualmen nach draußen. Eine Praxis, die Wirten jetzt Kopfzerbrechen bereitet. Denn: Wo sich über den Abend hin viele Menschen aufhalten, da ist es laut, und da entsteht Müll. Stephan Junkes ist Sprecher von Saarevent, einer Agentur, die in der Saarbrücker Garage jährlich zirka 100 Konzerte und 250 Partys veranstaltet. Wer in der Garage rauchen will, kann aktuell noch in den rund 30 Quadratmeter großen Raucherraum gehen. Noch. Doch gerade im Sommer wollen die Leute nach draußen. Die Garage versucht das noch zu unterbinden und genehmigt keinen Auslass bis zwei Uhr. Wer trotzdem raus will und wieder rein, muss erneut bezahlen, erklärt Stephan Junkes. „Wir sind mitten in der Stadt, drum herum gibt es Clubs und Kneipen. Die Leute wollen Party-Hopping machen und Freunde treffen. Davon profitieren auch wir. Deshalb öffnen wir ab zwei Uhr die Türen. Wer einen Stempel hat, kann wieder rein.“ Draußen vor der Tür sammeln sich die Menschen, rauchen, erzählen, trinken und machen Krach. „Wir wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen. Das Ordnungsamt sagt, wir hätten damit nichts zu tun, hätten vor der Tür kein Hausrecht mehr, aber letztlich fällt das doch immer auf den Veranstalter zurück“, sagt Junkes. Ein Zustand, den besonders die Wirte im Nauwieser Viertel nur zu gut kennen. Marwan Amre ist der Wirt des Bleistiftes in der Nauwieserstraße. Er sagt, dass die Wirte in der Straße morgens als Erstes die Straße reinigen lassen. „Wir sagen auch unseren Gästen, dass sie bitte nicht so laut sind, sich leise unterhalten sollen. Meist klappt das. Doch hier in der Straße sind viele Kneipen, das ist ein Kommen und Gehen. Vor der Tür stehen also auch viele Menschen, die gar nicht in unserem Lokal waren.“

Viele Wirte haben bei der Stadt angefragt, was sie machen sollen. Stadt und Polizei haben zwar bisher noch keine, beziehungsweise nur sehr wenige Lärmbeschwerden erhalten. Doch: rechtlich sind die Wirte so lange für ihre Gäste verantwortlich, wie sie „in Sichtbeziehung der Gaststätte“ seien, sagt Rathaussprecher Thomas Blug. Wenn dort Gäste zu laut sind, könne er ein Lokalverbot aussprechen, falls notwendig, müsse halt durch Türsteher für Ordnung gesorgt werden. Im Extremfall könne er die Polizei rufen, da „die Verursachung ruhestörenden Lärms eine Ordnungswidrigkeit“ sei.
Ob das für die Wirte in der Stadt eine Lösung ihres Problems ist, das bleibt abzuwarten.
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