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Querelen bei saarländischen Öko-Jägern

Saarbrücken. Der vor fünf Jahren von Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger (Grüne) gegründete Ökologische Jagdverband (ÖJV) befindet sich in einer Zerreißprobe. Die neue Führung um den kommissarischen Vorsitzenden Christian Schneider nähert sich inhaltlich der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) an. Sowohl der ÖJV-Bundesverband als auch der Flügel um Borger streben daher Vorstandsneuwahlen an.

Inhaltlicher Anlass des Streits ist offenbar eine gemeinsame Erklärung des ÖJV Saar und der VJS (rund 3000 Mitglieder) zum Entwurf des Umweltministeriums für ein neues Jagdgesetz. Darin kritisieren die beiden bis vor kurzem noch verfeindeten Verbände unter anderem, dass dort ein „pauschaler Vorrang des Naturschutzes vor der Jagd“ festgeschrieben werde. Sie fordern zudem, an der Fallenjagd und der Kirrung festzuhalten. Die Kirrung ist die gezielte Fütterung von Wild, um dieses für den Abschuss anzulocken. Die ÖJV-internen Kritiker lehnen die Fallenjagd aus Tierschutzgründen ab und argwöhnen, dass mit der Kirrung die Vermehrung von Wild befördert werde, was wiederum zu Verbissschäden im Wald führe. Streit gibt es zudem um das so genannte Saugatter, in dem nach dem Willen von Schneider Jagdhunde an lebendem Schwarzwild ausgebildet werden sollen.  Auch dies wird von der ÖJV-internen Opposition, die Borger nahesteht, aus Tierschutzgründen abgelehnt.



Der Auersmacher Grünen-Kommunalpolitiker Manfred Hoffmann, der dem ÖJV-Landesvorstand bis zu seinem kürzlichen Rücktritt angehört hatte und dem Flügel des Staatssekretärs zugerechnet wird, hat nach eigenen Angaben weit mehr als zehn Prozent der insgesamt 52 Mitglieder hinter sich, die nach der Satzung nötig sind, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu erzwingen. ÖJV-Bundeschefin Elisabeth Emmert lehnte gestern auf Anfrage eine Stellungnahme dazu ab, ob Angaben von Schneider zutreffen, dass sie die Homepage des ÖJV Saar sperren ließ. Am Sonntag hatte Emmert erklärt: „Aufgrund der inhaltlichen Positionierung und des undemokratischen, vereinsschädigenden Vorgehens hat der ÖJV Saar derzeit die gemeinsame Basis der ÖJV-Mitgliedsverbände verlassen. Der ÖJV-Bundesvorstand hat daher beschlossen, die Mitgliedschaft des ÖJV Saar bis auf weiteres auszusetzen und ruhen zu lassen.“ Nach Meinung von Hoffmann muss es jetzt zu raschen Vorstandsneuwahlen kommen. Andernfalls müsse der Verein, der sich im Saarland vom Bundesverband abgekoppelt habe, „neu gegründet werden“.

Der Gründungsvorsitzende Borger, der gestern nicht erreichbar war, hatte wegen seines Regierungseintritts im Jahr 2009 sein Amt niedergelegt. Ihm folgte seinerzeit der frühere Abteilungsleiter und heutige Leitende Ministerialrat im Umweltministerium, Wilhelm Bode, der laut Schneider derzeit mit einer Lungenentzündung im Bett liegt. Bode übergab sein Amt kürzlich an Schneider – mit der Begründung, dass die Diskussion um die Jagdgesetznovelle „im Sinne der Jagd eine in jeder Hinsicht unabhängige Position“ erfordere. Zwischenzeitlich hat auch Kassenwart Tim Streit sein Vorstandsamt niedergelegt und trat aus dem ÖJV aus.
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