L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Quierschied zickt: Kein Biathlon auf Halde Lydia

Der Saarländische Bergsteiger- und Skiläufer-Bund wollte auf der Halde Lydia bei Fischbach ein Biathlon-Zentrum errichten. Der Gemeinde Quierschied passte dies jedoch nicht ins Konzept.

Quierschied.
„Wir werden die Pläne in Quierschied nicht weiter verfolgen.“ Mit diesen Worten zog Peter Steffes, Referent für Nordic Sports beim Saarländischen Bergsteiger- und Skiläufer-Bund (SBSB), jetzt einen vorläufigen Schlussstrich unter die Bemühungen, ein Landesleistungs- und Trendsportzentrum für Biathlon auf der Halde Lydia bei Fischbach zu errichten. Steffes: „Wir sind zwar weiter gesprächsbereit, aber es gibt zwei andere Städte, die bereits Interesse bekundet haben.“ Die Namen wollte Steffes nicht nennen. Weniger Interesse als Widerstand gab es für das Projekt bislang in Quierschied (wir berichteten mehrfach).

Auch Bürgermeisterin Karin Lawall (SPD) steht den Plänen kritisch gegenüber. „Die Halde Lydia ist ein stiller Star. Biathlon passt da nicht ins Konzept“, betont die Verwaltungschefin auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. „Es ging hier um 15 Aktive in einer Sportart, die gar nicht ins Saarland passt. Uns lagen auch zu keiner Zeit konkrete Pläne vor.“ Die stellte der SBSB aber der Saarbrücker Zeitung vor. „Wir haben 10.000 Euro in eine Machbarkeitsstudie investiert“, erzählt Steffes weiter, „die Studie zeigt, dass das Gelände sehr wohl geeignet ist. Durch die Nutzung bereits bestehender Wege hätte sich der Eingriff in die Natur in überschaubaren Grenzen gehalten.“

Rund 250.000 Euro wollte der Verband in eine Sportanlage stecken, die es so im gesamten südwestdeutschen Raum noch nicht gibt. Unterhalb des ADAC-Verkehrsübungsplatzes sollten in drei Bauabschnitten eine Schießanlage sowie beleuchtete Laufstrecken entstehen. Nach Angaben des SBSB hätte die RAG als Grundstückseigentümer vor der Entlassung des ehemaligen Bergbaugeländes aus der Bergaufsicht noch einige infrastrukturelle Vorleistungen erbracht. „Die Schießanlage wäre nach modernsten Sicherheitsbestimmungen gebaut worden“, widerspricht Steffes Bedenken, Spaziergänger könnten gefährdet werden, „zwar hätten wir auch mit den im Wettkampf üblichen Kleinkalibergewehren trainieren müssen, aber durch den vermehrten Einsatz von Luft- und Lasergewehren wäre kaum eine Lärmbelästigung entstanden.“

Ein Ort der Ruhe

Auf den asphaltierten Strecken sollten Freizeitsportler, interessierte Anfänger aber auch Kaderathleten mit Skirollern, Inlineskatern oder auch Fahrrädern optimale Trainingsbedingungen vorfinden. Für die Gemeinde Quierschied wäre das Biathlon-Trendsportzentrum ein Alleinstellungsmerkmal, dass sicherlich auch den Tourismus in der Region positiv beeinflusst hätte.

Für Bürgermeisterin Karin Lawall wiegen andere Argumente schwerer: „Es gab in der Bevölkerung massiven Widerstand. Die Bürger wünschen sich die Halde Lydia als Ort der Beschaulichkeit und Ruhe, als Naturerlebnis, das in jeder Jahreszeit andere Eindrücke vermittelt.“ cor

 
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