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Quierschieder Hallenbad bald endgültig dicht

Von SZ-Mitarbeiter Elmara Müller

Quierschied. Alois Bastian steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Ich weiß nicht mehr, was ich noch sagen soll. Ich kann das Ganze nicht verstehen. In der Nacht werde ich wohl kein Auge zumachen.“ Frustriert verlässt Bastian den Quierschieder Kultursaal und mit ihm knapp 200 Bürger – überwiegend Mitglieder der Vereinigung Pro Hallenbad. Bis zuletzt hatten sie gehofft, dass es für das Bad noch eine Zukunft geben könnte. Sie haben gekämpft und versucht, die Befürworter der Schließung doch noch umzustimmen.

Auch die von Zahnarzt Markus Schadt und der Vereinigung ins Leben gerufene Aktion „Quierschied schwimmt um die Welt“ hat nichts mehr gebracht. Der Kampf war vergeblich. In namentlicher Abstimmung (die CDU hatte dies beantragt) beschloss der Gemeinderat am Donnerstagabend nach zweieinhalbstündiger, teils leidenschaftlich geführter Diskussion, mit 18 zu 15, die Schließung des Bades zum Ende der Wintersaison. Die Mitglieder der Vereinigung quittierten die Entscheidung mit lauten Buh-Rufen. Für das Aus des Bades stimmten SPD, Linke und FDP; CDU und Freie Wähler waren gegen die Schließung.

Alois Bastian und Dr. Markus Schadt waren bedient. Vergeblich hatten beide versucht, die Schließung noch in letzter Minute zu verhindern. Bastian vermisste in der ganzen Diskussion die „soziale Komponente“, die das Hallenbad für die Gemeinde hat: „Hier lernen kleine Kinder schwimmen. Ältere Bürger können etwas für ihre Gesundheit tun. Außerdem ist das Bad ein wichtiger Standortfaktor, wenn die Gemeinde um neue Bürger buhlt.“ Markus Schadt bat den Rat um mehr Zeit. „Verschieben sie die Entscheidung. Geben sie uns und sich selbst mehr Zeit, um eine für alle Seiten annehmbare Lösung zu finden.“ CDU und Freie Wähler plädierten für eine Vertagung der Entscheidung. Doch ihre Anträge scheiterten an der Mehrheit.

„Wir sind nicht gegen Einsparungen, aber gegen planloses Kürzen“, sagte CDU-Fraktionssprecher Timo Flätgen. Es gebe noch zahlreiche offene Punkte. Vieles sei noch nicht geklärt. „Wo sind die Ausweichstätten? Was passiert mit den Beschäftigten und was mit dem Gebäude“, fragte Flätgen. Es gebe sicherlich angenehmere Sitzungstermine, meinte SPD-Fraktionssprecher Stephan Schmidt. „Die Schließung des Bades ist umgänglich“, meinte er. Allerdings sei damit der Haushalt der Gemeinde nicht zu sanieren. Er wies darauf hin, dass die Gemeinde für alle betroffenen Vereine und auch die Schulen Alternativen in den umliegenden Bädern ausgehandelt habe.

„Das Hallenbad ist nicht mehr zu halten. Die Haushaltslage lässt das nicht zu“, erklärte Linke-Fraktionschef Max Detemple.

Zu Beginn der Diskussion hatte Bürgermeisterin Karin Lawall betont: „Wir müssen handeln, um handlungsfähig zu bleiben.“ Und sie wünschte dem Rat „Mut zu unpopulären Entscheidungen.“ Mit der Bad-Schließung hat die Ratsmehrheit die erste unpopuläre Entscheidung getroffen.

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