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RAG: Bergbau unter Reisbach verantwortbar

"Wir werden hier keine größeren Erschütterungen haben", sagte Bergwerksdirektor Friedrich Breinig voraus. "Bei dem früheren Abbau unter Reisbach hat es keine Erschütterung mit Schwinggeschwindigkeiten von mehr als fünf Millimetern pro Sekunde gegeben." Nach dem Verzicht auf die bebenträchtigen Gebiete unter der Primsmulde und Falscheid habe man die Deutsche Montan-Technologie (DMT) - eine frühere RAG-Tochter, die jetzt zum Tüv Nord gehört - prüfen lassen, wo die geringsten Erschütterungen zu erwarten seien. Werksmarkscheider Volker Hagelstein ergänzte, der im Oktober begonnene Abbau im Streb 8.7 West habe keine nennenswerten Erschütterungen ausgelöst.

Zur Frage der Vernässung erläuterte Professor Jürgen Wagner aus Neunkirchen seine Studie, die er für das Bergamt erstellt hat. Das Absinken des Bodens in die vom Bergbau geschaffenen Hohlräume untertage könne der Abstand zwischen der Oberfläche und dem Grundwasserspiegel verringern. In Höhenlagen mit hartem Karbongestein sei der Ausgangsabstand aber so groß, dass die zu erwartenden Senkungen unbedenklich seien.

Hagelstein skizzierte die erwarteten Senkungen: Der Boden sackt in die Hohlräume (wo vorher die Kohle in 800 bis 1100 Metern Tiefe war) von oben und außen nach und bildet einen flachen Trichter, dessen größte Tiefe direkt über dem Streb ist. Daher sei Reisweiler im Osten Reisbachs am stärksten betroffen.

Die Dicke der Kohleschicht nehme aber keilförmig ab von 3,40 Meter im Süden auf 1,70 Meter im Norden - und damit proportional auch die Senkungen. Die maximale Absenkung von 2,50 Meter liege außerhalb der Ortschaft bei der Straße Auf der Kupp, von den Bürgern am stärksten betroffen sind die Anwohner der Eiweiler Straße mit bis zu 1,60 Meter. Mit früheren Bergsenkungen addiert lägen manche Punkte in Reisbach letztlich dann bis zu 3,90 Meter tiefer als zu der Zeit, bevor der Bergbau dort erstmals begann.

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