A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

A8

Priorität: Normal

16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
16°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

RAG-Werkstatt will bis Ende Mai umgezogen sein

Sulzbach. Mit dem Ende der Kohleförderung im Saarland endet jetzt auch die Arbeit der Zentralwerkstatt in Hirschbach. Nur wenige Maschinen sind noch in Betrieb. In den Hallen stehen letzte Maschinen und Material bereit für den Abtransport ins Ruhrgebiet, viele Maschinen bleiben aber auch hier und werden versteigert. „Gut 400 Maschinen werden wir nicht mehr mitnehmen, sagt Norbert Geßner, Betriebsleiter in Hirschbach.

„Ende Mai endet hier die Produktion, bis Ende Juni wird dann nur noch zurückgebaut“, sagt Geßner. Er ist für den geordneten Rückzug der Werkstatt verantwortlich. Seit zwei Jahren findet in Hirschbach eine kontinuierliche Verlagerung der Arbeiten ins Ruhrgebiet statt. „Aktuell reinigen wir noch einen Reserveschildausbau, danach ist hier Schluss.“

Mit der Schließung endet auch die Geschichte der Grubenwerkstätten an der Saar. Diese waren im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung entstanden. Während ursprünglich jedes Bergwerk seine eigene Werkstatt hatte, wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts auf Geheiß der königlichen Bergwerksdirektion eine solche zentrale mechanische Werkstatt eingerichtet. Zuerst auf dem Gelände der Grube Jägersfreude, ab den 50er Jahren konzentrierten sich die Werkstätten jedoch in Hirschbach – später wurde auch die Elektro-Hauptwerkstatt in Hirschbach integriert. Die Arbeiten waren so umfangreich, dass das Hirschbacher Areal zeitweise gut 30?000 Quadratmeter umfasste. Lob für die Mitarbeiter

Im Zuge des vorgezogenen Bergbau-Endes an der Saar ist der Betrieb in Hirschbach kontinuierlich zurückgefahren und die Werkstatt des Bergbau-Konzerns RAG nach Prosper im Ruhrgebiet verlegt worden – ohne die Arbeit zu unterbrechen. „Das war nicht immer leicht“, sagt Geßner. Im Rahmen dieses fließenden Übergangs wurde häufig auf nur noch einer Linie produziert, während die andere demontiert und verlagert wurde. Besonderes Lob zollt Geßner seiner Mannschaft, die den gesamten Umzug ohne Unfälle über die Bühne gebracht hat – „und das in einer emotional stark belasteten Situation“, wie der Chef betont. Aktuell arbeiten noch 72 Mitarbeiter in Hirschbach, 23 davon werden noch ins Ruhrgebiet verlegt, der Rest scheidet in absehbarer Zeit aus.

In der Werkstatt macht die Produktion nur noch einen geringen Teil der Tätigkeiten aus. „Vordringlich geht es darum, jetzt die letzten großen Anlagen für den Umzug vorzubereiten: Drei größere Maschinen werden noch nach Prosper verlagert, ein Fräszentrum, ein Drehzentrum und eine Messeinrichtung. Die übrigen Kleinmaschinen und Kräne werden für den späteren Verkauf aufgestellt. Die Gebäude der Werkstatt werden nach dem ersten Juli in die Verwaltung der RAG Montan Immobilien übergehen, die dann die weitere Vermarktung übernimmt. Trotz der persönlichen Belastungen für die Mitarbeiter, die die Verlegung der Werkstatt ins Ruhrgebiet mit sich bringt, sieht Geßners den Umzug positiv. Die Aufnahme der saarländischen Kollegen sei problemlos. Von den 300 Mitarbeitern, die zukünftig in der Zentralwerkstatt Prosper arbeiten, stammen 140 von der Saar. „Wir haben das Beste aus beiden Standorten vereint“, sagt Geßner. Während früher die Produktfelder zwischen den Werkstätten aufgeteilt waren – Hirschbach hatte sich vornehmlich auf Schilde und Vortriebsmaschinen konzentriert – wird die neue Zentrale Werkstätte nun das gesamte Feld der Bergbautechnik abdecken. Geßner selbst, der mit seinem Kollegen Fred Petto die Leitung der Werkstatt in Prosper übernimmt, wird noch häufig im Saarland sein – hier hilft er dann bei der Demontage der noch verbliebenen Grube.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein