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RAG löscht nach einem Jahr Brand im Kohleflöz an der B 41

Nach etwa einem Jahr gilt der Brand des Flözes

Nach etwa einem Jahr gilt der Brand des Flözes "Blücher" als gelöscht.



Neunkirchen. Der einzige gravierende Flöz-Brand aus der vergangenen 250-jährigen Ära des Saar- Bergbaus ist nun auch Geschichte – zumindest vorerst. Das unterirdische Feuer im Flöz Blücher an der B 41 bei Neunkirchen, Höhe Westspange, ist eingedämmt worden. Ob es auch komplett gelöscht werden konnte, sei noch nicht klar, erklärten Vertreter der RAG Montan Immobilien gestern auf der Großbaustelle. Der Brand in bis zu 22 Metern Tiefe war so gefährlich gewesen, weil er sich stetig in Richtung Straße ausgebreitet hatte.

Dort setzte die RAG im Oktober 2011 mit einem neuen Modul-Verfahren mit Bohrtechnik an: Zwischen rund 200 eingebohrten Betonpfählen entstand seither eine Betonwand im Erdreich, die den Brandherd vom nicht brennenden Flöz (und der Straße) abtrennte. Enorme Mengen eingeleiteten Löschwassers (rund 140 000 Kubikmeter) und ausgebaggerte Erd- und Kohleschichten rundeten die Brandbekämpfungsmethode ab, die die RAG eigens entwickelte und erstmals testete – mit Erfolg. In dem Flöz der ehemaligen Grube König, wo bis Mitte des 19. Jahrhunderts abgebaut wurde, war die Steinkohle bereits in den 90er-Jahren in Brand geraten, sagte RAG-Repräsentant Rudolf Krumm. Löschmaßnahmen hätten damals nicht funktioniert. Entzündet habe sich das Gestein wohl selbst, durch Sauerstoffeintritt und die folgende Wärmeentwicklung.

Der einzige Flöz-Brand dieser Art deutschland- und saarlandweit – „der brennende Berg bei Dudweiler ist nicht durch Bergbau entstanden und eine Touristenattraktion“ – habe die RAG seit Jahren beschäftigt. Ohne vergleichbare Erfahrungen habe man sich „schrittweise an das Problem herantasten“ müssen. 2009 hätten Autofahrer an der B 41 besorgt von Dampfaustritten aus der Böschung am Straßenrand berichtet. Dabei habe sich die Situation „so massiv entwickelt, dass Handlungsbedarf bestand“, sagte Krumm.

Der Schwelbrand sei im Kohleflöz Blücher – benannt nach einem preußischen Marschall – stets „nur“ wegen seiner Lage so gefährlich gewesen, ergänzte Peter Steinmetz, RAG-Bereichsleiter Umweltengineering Saar. „Die Gasaustritte, die wir ständig kontrolliert haben, sind gering“ und nicht schädlich. „Es freut uns, dass die Gefahr eines Tagebruchs oder eines Übergreifens auf die Straße nun gebannt ist“, sagte Steinmetz. „Wir sind guter Dinge, dass der Flöz-Brand dauerhaft bekämpft werden konnte.“

Ganz sicher ist das noch nicht. Auch wenn zuletzt selbst punktuelle Rest-Brände von 300 auf 60 Grad heruntergekühlt, gelöscht und abgetragen werden konnten: Es könne sein, dass sich auf dem rund 25 000 Quadratmeter großen Gelände wieder Kohle entzündet. Daher sei das Brandsanierungskonzept noch nicht abgeschlossen. Steinmetz: „In den kommenden 18 Monaten gehen unsere Temperatur- und Gasmessungen weiter“. In der Beobachtungsphase bis Ende 2013 ergebe sich, „ob der Brand vollständig gelöscht ist oder weitere Maßnahmen nötig sind“.

Bislang habe die RAG zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro investiert – als „Verursacherin des Flöz-Brands in Folge von Bergbau“ (Steinmetz). Derzeit werde das Gelände, das Saarforst-Landesbetrieb und Landesbetrieb für Straßenbau gehört, schrittweise wieder aufgeforstet. Zusätzlich sei bereits eine ökologische Ausgleichsfläche im Ostertal bei Neunkirchen-Hangard realisiert. Ein Hektar Nadelwald sei in einen „standortgerechten Laubwald“ umgewandelt worden. kes


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