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RAG will Pumpen im Saar-Bergbau 2035 abstellen

Der Bergbau im Saarland wurde eingestellt - nun sollen die Pumpen in den stillgelegten Gruben nach und nach abgeschaltet werden.

Der Bergbau im Saarland wurde eingestellt - nun sollen die Pumpen in den stillgelegten Gruben nach und nach abgeschaltet werden.

Die RAG will an der Saar langfristig die Pumpen abstellen. Das sagte gestern RAGChef Bernd Tönjes. Geplant sei, den Wasserspiegel in den Saar- Gruben bis 2035 auf Saar-Niveau ansteigen zu lassen, sodass das Wasser dann direkt vom Bergwerk Duhamel in die Saar abfließen kann. Doch Tönjes beeilte sich, bei der Vorstellung des Konzeptes zu betonen, dass der Vorgang jederzeit zu stoppen und umkehrbar sei: Zwar erwarte er nicht, dass es zu Problemen kommt.

Es seien aber in dem Konzept Reservepumpen vorgesehen, die kurzfristig aktiviert werden könnten. Erst einmal beantragt die RAG aber nur einen Anstieg des Grubenwassers bis auf eine Höhe von 320 Meter unter Null. Diese Höhe ist grundsätzlich nicht strittig, sie war schon ein einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Zuge des geplanten Bergbauausstiegs 2007 als Zielhöhe festgelegt worden. Auf dieser Höhe, so die ursprünglichen Planungen, sollten die Pumpen den Wasserspiegel auf Dauer halten. Für die dafür nötigen Kosten, die so genannten Ewigkeitslasten, sind jährlich 17 Millionen Euro vorgesehen, die von der RAG-Stiftung bereitgestellt werden sollen.
Nun allerdings hat die RAG ein überarbeitetes Konzept vorgelegt, das in einer zweiten Phase, die ab Ende 2017 eintreten soll, einen weiteren Wasseranstieg vorsieht. Natürlich gebe es dabei zahlreiche Risiken, sagt RAG-Chef Tönjes. Vor denen hatte auch schon die KPMG in ihrem Gutachten gewarnt. Diese seien unter anderem Austritte von Methangas, Bodenhebungen, Erschütterungen oder Belastungen des Trinkwassers. All diese Risiken gelte es zu beobachten, sagt Tönjes. Für das Grubengas ist geplant, dieses im Bereich des Sinnerthaler Schachts unterirdisch abzugreifen und in den Steag-Kraftwerken zu verbrennen. Trinkwasser sei ein Kernrisiko. Nach aktuellem Stand sei keine Gefährdung zu erkennen.

Das gleiche gelte für Erschütterungen oder Bodenhebungen. Im Warndt, wo gleiche Bedingungen herrschten, das Wasser aber schon 900 Meter gestiegen sei, habe es keine Zwischenfälle gegeben. Tönjes betont aber immer wieder, dass im Zweifelsfall die Reservepumpen sofort angeschaltet werden könnten. Tönjes kündigte an, dass im kommenden Monat die Anträge beim Bergamt eingereicht würden. Das Land hatte bereits gestern im Ausschuss für Grubensicherheit angekündigt, dass es den Prozess mit eigenen Gutachten begleiten werde und die Anträge nach allen Regeln der Kunst geprüft würden.

Mit dem Anstieg des Grubenwassers bekommt auch die Frage nach einer Nutzung des Nordschachts als Pumpspeicherkraftwerk neue Relevanz. Noch in diesem Jahr müsse ein Damm gebaut werden, um den Schacht vom Grubengebäude zu trennen, sagt Tönjes. Ansonsten läuft der Schacht mit voll. Die Baukosten von fünf Millionen Euro für den Damm könne die RAG allerdings nicht tragen, sagte er. Er sei nun mit Land und Bund im Gespräch über eine Finanzierung. Unabhängig davon steht die Zukunft eines solchen Kraftwerks in den Sternen: Bisher gibt es keinen Investor, der das 450 Millionen Euro teure Kraftwerk bauen und betreiben will. Abwartend gibt sich Tönjes beim Ausbau erneuerbarer Energien auf den Bergbauflächen: „Wir schauen uns an, wie sich die Förderung in Berlin entwickelt“, sagte er.
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