B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

B423

Priorität: Normal

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Raab macht in Fischbach Fischwurst

Hans Raab will jetzt aus Fisch Wurst machen.

Hans Raab will jetzt aus Fisch Wurst machen.

Fischbach-Camphausen. Hans Raab ist wieder da. Er, der zwischen seiner Wahlheimat Liechtenstein und dem Ha-Ra-Unternehmenssitz in Fischbach-Camphausen pendelt, hat mal wieder Neuigkeiten zu verkünden. Völlig Ungewohntes tut sich – abseits seiner bekannten Reinigungssysteme. Heute geht’s um den Melander und was, man aus dem Fisch alles machen kann. Man kann ihn sozusagen verwurschteln, wenn man denn eine Vision und reichlich Ausdauer hat.

In einem properen, gekachelten Anbau auf dem Firmengelände wird die Saarbrücker Zeitung erstmals Zeugin einer im Saarland neuartigen „Wurstküche“. Metzgermeister Walter Jacob aus Lautenbach schmeißt den Kutter an, den er zuvor mit Melander-Teilen – außer dem Fischfilet – gefüllt hat. Hinzu kommen die Grundzutaten Rapsöl, Petersilie, Kochsalz, Knoblauch, Zwiebeln und ein pflanzlicher Ballaststoff-Mix, um eine weiße Grillwurst herzustellen. „E Weißi“ sagt dazu der Saarländer. Beim öffentlichen Probelauf mit dabei ist auch Armin Herrmann, Chef einer Metzgereimaschinen-Firma aus Quierschied. Rund 14 Jahre lang, so erzählt er und schaut ein wenig verschwörerisch, habe er gemeinsam mit Hans Raab an Neuheiten geforscht. Eine extrem schwierige und langwierige Sache sei es gewesen, bis man endlich genau gewusst habe, welche Temperatur im Kutter erforderlich ist, um die Melandermasse zusammen zu halten: „Das Fisch-Eiweiß muss halten wie Fleisch-Eiweiß.“ Ein Grad Celsius auf oder ab könne da ganz entscheidend sein. „Freitagsnachts um 4 Uhr sind wir angetreten“, blickt der Tüftler in Ha-Ra-Diensten lächelnd auf eine arbeitsreiche Zeit zurück. Hans Raab schwärmt derweil von den gesundheitlichen Vorteilen seiner neuen Produkte. Sie seien „besser als Bio“, ist er überzeugt: Kein Glutamat, keine schädlichen Fette, nichts drin, was dem menschlichen Organismus abträglich wäre – ganz im Gegenteil: Fettanteil höchstens drei Prozent, und das in Form von Omega-3-Fettsäuren.

Die Fische werden derweil wenige Meter weiter in einer anderen Halle mit entsprechenden Becken gezüchtet. Dafür zuständig ist Ha-Ra-Mitarbeiter Manfred Weiter. Er erklärt uns die Anlage, die für penible Sauberkeit sorgt. Und er zeigt uns einen Melander ganz aus der Nähe – ein imposanter Fisch mit langen Barthaaren. Dass aus ihm und seinen Artgenossen mal Würste werden, da muss man sich erst mal reindenken und den Herstellungsprozess erleben.

Aber es geht offenabr, wie eine erste Verkostung  in der gekachelten hohen Halle bestätigt. Das Raab-Team tischt Wiener, Lyoner, die weiße Grillwurst und Fleischkäse auf. Alles schmeckt so, wie man es von den herkömmlichen Fleisch-Produkten her gewohnt ist.

Was den 72-jährigen Firmenchef derweil noch umtreibt, ist die Produktion im großen Stil. Die sei zwar noch nicht spruchreif, aber schon in Planung. Aber erstmal will der 72-Jährige eine 300 Meter lange Melander-Bratwurst herstellen. Ein Unternehmen aus Uchtelfangen so erzählt er, habe einen Spezial-Grill konstruiert, mithilfe dessen man die Wurst an einem Stück brutzeln könne.

Am Ende soll das Ganze portionsweise verkauft werden – für einen guten Zweck. Über den Zeitpunkt der Aktion denkt der Chef noch nach.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein