L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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"Radio mit Gänsehaut-Garantie"

Leidenschaftlicher Radiomacher: Hauptmann Tobias Bach von Radio Andernach.

Leidenschaftlicher Radiomacher: Hauptmann Tobias Bach von Radio Andernach.

Herr Bach, was genau ist Radio Andernach ?

Bach: Radio Andernach bringt die Heimat in den Einsatz. Persönlich, individuell und überraschend. Radio in seiner ureigensten Form: emotional, bewegend und ganz nah am Menschen, an unserem Hörer – das ist Radio Andernach . Wie wichtig diese Betreuung ist, habe ich letztes Jahr selbst in Afghanistan erleben können. Als Studioleiter in Mazar-e-Sharif habe ich jeden Tag Soldaten kennen lernen dürfen, die sich unglaublich bewegend über ihre Grüße aus der Heimat gefreut haben.

Was ist Ihre Rolle in diesem Bundeswehr-Sender?

Bach: Ich bin Redakteuroffizier bei Radio Andernach . Kerngeschäft: Moderator, Nachrichtensprecher, Reporter. Am liebsten bin ich als Reporter unterwegs. Egal ob Olympische Spiele in London, Sicherheitskonferenz in München oder der Fallschirmsprung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor einigen Wochen.

Was für ein Programm senden Sie?

Bach: Im Funkhaus Deutschland in Mayen produzieren wir ein Mantelprogramm. Dieser Mantel wird gespickt mit Sendungen aus unseren Einsatzländern. Wir haben zwei Regionalstudios: eins in Afghanistan und eins im Kosovo . Dort sind kleine Teams von uns vor Ort, zwei Redakteure, ein Techniker. Sie senden pro Tag drei Stunden. „Guten Morgen Afghanistan“ live aus Mazar-e-Sharif bis acht Uhr deutscher Zeit und „Hallo Kosovo “ am Nachmittag. In diesen Sendungen geht es um die Soldaten im Einsatzland, um die lokalen Themen im Lager.

Und das Mantelpogramm? Musik?

Bach: Aus Deutschland senden wir unter anderem die Sendungen „@work“, ein buntes Magazinformat mit Themen aus Bundeswehr , Deutschland und der Welt und unsere wichtigste Sendung: „Meet & Greet“. Das ist unsere Gruß- und Wunschsendung. Vor einigen Monaten sogar mit einem saarländischen Hochzeitsgruß: „Papa, willst Du die Mama heiraten?“, und er hat „ja“ gesagt. „Ja“ auf saarländisch. Live aus dem Kosovo. Radio mit Gänsehaut-Garantie.

Gibt es so etwas wie „unser Lied“ unter Soldaten, eins, das immer wieder gewünscht wird?

Bach: Radio Andernach ist erwachsenes Hitradio. Zwischendurch sind bei uns aber auch Freddy Quinn und die Pudhys zu hören. Dauerbrenner im Moment ist Helene Fischer . Ein Titel, der fester Bestandteil unserer Musikrotation ist, heißt „immer wieder“. Dahinter stecken die „M*Bates“ aus Nürnberg. Sie haben den Song auf dem Weg nach Afghanistan geschrieben und später in unserem Regionalstudio aufgezeichnet. Darin geht's um die sehr speziellen Gefühle auf dem Weg in den Einsatz. Das wissen unsere Hörer zu schätzen und wünschen sich häufig „Immer wieder“. Unsere Gruß-Sendung „Meet & Greet“ wiederholen wir abends. Danach senden wir aus Tradition „Lili Marleen“. Das weckt bei vielen ganz besondere Gefühle.

Wie sind Sie zu Radio Andernach gekommen?

Bach: Ich stamme aus Ittersdorf. Erweiterte Realschule in Wallerfangen, danach Fachoberschule für Wirtschafts-Informatik in Saarbrücken. 2003 bin ich nach meiner Schulzeit zur Bundeswehr , zunächst als Wehrpflichtiger. Ich hatte mich noch als Schüler darum bemüht, nach Mayen zu kommen, ich wollte schon mit 17 zu Radio Andernach . Mit 15 hatte ich bei Unser Ding, beim Saarländischen Rundfunk, das Radio-Handwerk gelernt. Später habe ich als Freier Mitarbeiter unter anderem bei Deutschland Radio Kultur in Berlin und während meines BWL-Studiums in München bei BLR/ Radiodienst gearbeitet. Während einem Studienaufenthalt in Australien habe ich als Korrespondent Beiträge und Nachrichtentöne verkauft. Meine Diplomarbeit habe ich zum Thema „Mitarbeiterführung im Hörfunk “ geschrieben.

Und? Saarländer geblieben?

Bach: Dem Saarland bin ich bis heute treu geblieben. Regelmäßig komme ich zurück in die einzig wahre Heimat , an die Saar. Bei meinem Leichtathletik-Verein LAC Saarlouis unterstütze ich regelmäßig auf der Tartanbahn, zum Beispiel als Stadionsprecher bei unseren Sportfesten im Großen Sand.Radio Andernach ist der Sender der Bundeswehr , benannt nach seinem Sitz, der bis 2001 in Andernach war; heute Mayen in der Eifel. Der Sender ist in Deutschland nicht frei empfangbar. Das ergibt sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag . Übers Internet und ein Passwort können aber Angehörige von Soldaten im Einsatz zuhören (Ausschnitte: www.facebook.com/radioandernach). Das Programm wird per Satellit live in größere Einsatzgebiete wie Afghanistan oder Kosovogesendet und dort per UKW ausgestrahlt. Soldaten in kleineren Einsatzgebieten hören das Programm im Internet.

Gesendet wird rund um die Uhr. Radio Andernach gibt es seit genau 40 Jahren. Gestern war große Geburtstagsparty.
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