A8 Saarlouis Richtung Luxemburg AS Perl Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle, gefährliche Situation in der Ausfahrt (19.08.2017, 20:59)

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Randale in saarländischen "Disco-Bussen"?

St. Wendel. Vor der Disconacht schon mal was auf dem Hinweg trinken, um anschließend Geld im Tanzschuppen zu sparen. „Vorglühen“ nennt sich so was. Und was ist mit den leeren Flaschen und Büchsen? Die meisten werden achtlos in Zügen und Bussen zurückgelassen. Wenn sich dann der klägliche Rest des geöffneten Gefäßes durch Schieflage in den Wagen ergießt, bleibt den nächsten Reisenden eine klebrige Oberfläche auf dem Boden – wenn es glimpflich abläuft. Schlimmer: Ein Kunde nimmt in einer unentdeckten Sitzlache Platz.

„Das kommt vor“, bestätigt eine Sprecherin der Deutschen Bahn?(DB) in Frankfurt/Main. Besonders in den Zügen, wenn sich Nachtschwärmer auf den Weg zur Party machen, falle das ins Gewicht. Die Bahnvertreterin weiter: „Bei der Rückfahrt haben wir damit weniger Probleme.“ Da seien die überwiegend jungen Discogänger wohl schon zu müde, ausgepowert. Aber von einem tief greifenden Problem will sie nicht sprechen. Insbesondere nicht im Saarland. So sei die Strecke Türkismühle – Saarbrücken über Neunkirchen/Saar sicherlich kein Brennpunkt. Ein Weg, den Ankömmlinge vor und Heimreisende nach dem Besuch der St. Wendeler Discothek Flash regelmäßig nutzten. Darum gebe es auch keine statistischen Daten über Reinigungs- oder sogar Ausfallkosten dieser Abend- und Nachtverbindungen.

Ganz ähnlich sieht es Sabine Klär?(44). Die Betriebsleiterin bei der Saar-Pfalz-Bus-GmbH in Saarbrücken schildert den Betriebsablauf insbesondere auf dem Land als „relativ ruhig“. Das hätten ihr auch Vertreter der Subunternehmer bestätigt. „Es kann auch schon mal passieren, dass sich ein Jugendlicher im Bus übergibt.“ Aber eine Regel daraus sei gewiss nicht abzuleiten. Schwieriger verhalte es sich im Regionalverband Saarbrücken, informiert Klär. Hier gebe es eine völlig andere Kundenstruktur. Und da gehe es nicht allein um verschmutzte Busse. Klär: „Einige Betriebe haben dort Sicherheitsdienste im Einsatz, um Ruhe im Bus zu gewährleisten.“ Mit dem Betriebsablauf im übrigen Saarland, insbesondere im Landkreis St.?Wendel sei sie „sehr zufrieden“. Kritischer sieht es Dieter Schwan?(55), Pressesprecher bei der Bundespolizei in Bexbach. „Ich habe selbst schon früh morgens Regionalzüge für den Weg zur Arbeit genutzt und sehr schlimme Zustände vorgefunden“, sagt er. Doch diese Erfahrungen zu verallgemeinern, liege ihm fern. Der Großteil der jugendlichen Fahrgäste sei gar kein Problem.

Von einem Erfolgsmodell Nachtbus spricht indes Klaus Theobald (52), Sachbearbeiter für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beim Landkreis St.Wendel. Mitte 2009 habe hier das saarlandweite Pilotprojekt begonnen, ein Liniennetz aufzubauen, um Jugendliche nach der Disconacht sicher nach Hause zu bringen. Seitdem seien die Kundenzahlen stetig gestiegen. Im ersten Jahr wären es wohl 9000?Passagiere geworden, meldet Theobald. Sein Amt rechnete die Zahlen auf zwölf Monate hoch, da erst in der zweiten Jahreshälfte die Nachtlinien an den Start gegangen waren. 2011 habe er über 11?000 registriert. Mit einem ähnlichen Ergebnis rechne er auch für dieses Jahr: „Der Trend ist gleichbleibend.“ Zudem die Landesregierung drei grenzüberschreitende Linien mitfinanziere: von St.Wendel nach Wadern, Lebach und Neunkirchen/Saarbrücken. Die Nachtbusse lasse sich der Landkreis St.Wendel jährlich rund 70.000 Euro kosten. Sein Fazit: „Wir sind äußerst zufrieden.“

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