L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Rappen, um zu sagen, was man auf der Seele hat

   Güdingen. Die Tür geht auf: Jugendliche spielen Billard und lachen. Alltag im Jugendzentrum in Güdingen. Doch was gerade in einem kleinen Seitenzimmer passiert, ist kein Alltag: ein Rap-Workshop. Eine Woche zuvor war Premiere. Die Nachwuchsrapper suchten sich ihren Beat. Dann schrieb Michelle Steffen (13) den passenden Text dazu: „Stark bleiben“ heißt ihr Song. Jetzt will sie das Lied mit den anderen Teilnehmern aufnehmen – unter der Leitung von Daniele De Rosa (21). Dieser macht derzeit eine Ausbildung zum Mediengestalter. Im Auftrag von Juz-united, dem Verband der selbstverwalteten Jugendzentren, gibt er nebenbei Rap-Workshops. Was er vermittelt, hat er sich selbst erarbeitet. Das Projekt heißt „culture-united“:

Es soll die Jugendlichen aktiv werden lassen. Sie sollen sich mit ihrer Sprache auseinandersetzen. Disziplin und Engagement sind gefordert. Deshalb gibt Daniele Tipps und zeigt Tricks. Beim Abmischen achtet er auf das Lautstärkeverhältnis von Stimme und Beat: „Ich dachte zuerst, dass ich einen Haufen Arbeit hätte. Aber es läuft prima, alle sind im Takt.“ Mit „alle“ meint er Kim Kiemle (13), Patricia Göritz (12), Michelle Duppre (12) und Tobias Siebenpfeiffer (15). Sie kennen sich seit drei Jahren, gehen auf dieselbe Schule. Das gemeinsame Rappen funktionierte auf Anhieb. „Ich rappe gerne mit Leuten, mit denen ich klarkomme“, erzählt Tobias.
 
Auch den anderen Jugendlichen im Juz gefällt, was sie hören. Immer wieder schauen sie durch die Tür, lauschen gespannt und sprechen den Text mit. Bei der Aufnahme muss die Tür zwar zu sein, weil es sonst zu laut ist – vor Zuschauern hat aber keiner Bammel. „Beim ersten Mal ist es mir noch schwer gefallen, vor anderen Leuten zu rappen, aber mittlerweile geht's. Es tut gut zu sagen, was man auf der Seele hat“, erklärt Patricia. Mit dem Text können sich alle vier identifizieren.

Daniele betont, wie wichtig das ist: „Man sollte nie Texte ohne Sinn schreiben. Jedes Lied hat eine Message, die man gut verpacken muss. Das ist hier auf jeden Fall gelungen.“ Kaum ist der Text fertig, stimmen die Jugendlichen das Lied erneut an. Schauen konzentriert. Sind bemüht, keinen Fehler zu machen. Dann lächeln sie – und sind sich einig: Alle wollen weitermachen. Wollen üben. Im Jugendzentrum – mit Daniele. 
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