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Raser schlägt auf Saarlouiser ein: Bewährungsstrafe

Weil er sich von einer Familie bei der Heimfahrt auf der Autobahn gebremst fühlte, ist ein 43-Jähriger ausgerastet. Er drängte den anderen Wagen ab, bremste ihn aus, verprügelte den Fahrer und warf ihn fast von einer Brücke.

Saarbrücken. Das Landgericht hat gestern einen 43-Jährigen Franzosen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Nötigung und Körperverletzung zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der Angeklagte hatte im Mai 2008 einen anderen Autofahrer auf der Stadtautobahn abgedrängt und ausgebremst. Anschließend verprügelte er den Mann, warf ihn fast von der Gersweiler Brücke. Zu Gunsten des Angeklagten gingen die Richter davon aus, dass der Franzose vermindert schuldfähig gewesen sei und nicht vorgehabt habe, den Familienvater zu töten. Anderenfalls hätte eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags im Raum gestanden.

Familie kam vom Freizeitpark

Es war eine alltägliche Situation, die am 22. Mai 2008 eskalierte. Zwei Autos und ihre Insassen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Im ersten Wagen saß eine vierköpfige Familie auf dem Heimweg nach Saarlouis. Sie kamen aus einem Freizeitpark und hatten einen schönen Tag hinter sich. Im zweiten Wagen saß der 43-Jährige. Ihm ging es schlecht. Seine Lebensgefährtin hatte ihn verlassen und hohe Schulden hinterlassen. Sein Ziehsohn war bei einem Unfall gestorben. Im Beruf lief es nicht. Der Mann war körperlich krank, müde, depressiv. Und er hatte es eilig. Der Familienvater vor ihm auf der Autobahn wusste davon nichts. Er fuhr in Höhe einer Einfahrt auf die Überholspur, um den Einfahrenden Platz zu machen. Plötzlich hatte er den 43-Jährigen im Nacken. Der Familienvater tippte kurz auf die Bremse, der Franzose blieb zurück. Als die Familie auf die rechte Spur wechselte, war er wieder da. Er überholte, zog neben dem Wagen der Saarländer plötzlich nach rechts, drängte sie auf den Seitenstreifen. Dann setzte er sich vor sie, machte eine Vollbremsung.

Prügelattacke vor einer Ampel


Beide Autos verließen die Autobahn. Vor einer roten Ampel mussten sie halten. Der Franzose stieg aus, der Familienvater auch. Ohne ein Wort bekam er den ersten Schlag ins Gesicht. Immer wieder schlug der Angreifer zu, flippte regelrecht aus. Er schleifte den Vater zum Brückengeländer. Dessen Oberkörper hing über dem Geländer, als ein drittes Auto anhielt und dessen Insassen sich einmischten. Der Franzose ließ von dem Saarländer ab, versetzte ihm eine Kopfnuss und fuhr über die rote Ampel davon. Zurück blieb ein äußerlich eher leicht verletzter Mann mit seiner völlig verängstigten Familie. Ganz schlimm sind die Folgen bis heute bei den Kindern. Sie wollen nicht mehr in Urlaub und nicht mehr auf die Autobahn. Denn ihre Angst fährt nun immer mit.
wi 
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