L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

Priorität: Sehr dringend

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Rathaus reagiert auf gehäufte Fehlalarmierungen im Corona-Hochhaus

Wenn das Signal „Brand im Neunkircher Corona- Hochhaus“ eingeht, gehen bei der Einsatzleitstelle auf dem Saarbrücker Winterberg die Augenbrauen hoch und bei den Löschbezirken der Neunkircher Feuerwehr wird wohl der ein oder andere Fluch laut. Fünfzehn Mal rückten die Wehrleute mit mindestens zwei Fahrzeugen in diesem Jahr bereits aus – fünfzehn Mal hieß es: Fehlalarm. Auch in den Jahren zuvor gab es Dutzende von Anfahrten mit Martinshorn und Blaulicht zum Lübbener Platz, ohne dass ein Feuer entdeckt worden wäre.

Den Brandbekämpfern bleibt keine Wahl – jeder Alarm muss zwingend ernst genommen werden. Fehlalarme kämen immer mal wieder vor, auch in „topgeführten Häusern“, stellt Michael Breuer, zuständiger städtischer Mitarbeiter der Brandschutzdienststelle im Rathaus, fest. Meist aus technischen Gründen, etwa bei Fehlfunktionen ganz neuer oder eben veralteter Brandmeldeanlagen. Manchmal auch durch böswillige Zeitgenossen. „Doch was am Corona-Hochhaus passiert, geht deutlich über die Belastungsgrenze der Feuerwehr hinaus“, hält Breuer fest. Besonders dicke kam es am Mittwoch dieser Woche mit allein vier falschen Brandmitteilungen (die SZ hat kurz berichtet).

Die Löschbezirke Innenstadt und Wiebelskirchen kamen teilweise gar nicht aus den Einsatzklamotten heraus, so dicht lagen die Alarmierungen: 13.10 Uhr und 13.35 Uhr sowie 18.10 Uhr und 18.35 Uhr. Die Quelle der falschen Alarme lag im chinesischen Restaurant, wo wohl die Rauch- und Thermomelder völlig verrückt spielen. Die von der Feuerwehr eingeschaltete Untere Bauaufsichtsbehörde, die im Neunkircher Rathaus sitzt, verfügte schließlich ein Abschalten der Anlage. Als Ersatz blieben vier Wehrleute als Brandwache vor Ort. Sie mussten zwar kein Feuer bekämpfen, blieben aber nicht ganz beschäftigungslos, wie Feuerwehrsprecher Kai Hegi vermeldet. Unter anderem konnten sie einer Ortsratsfrau, die im Coronahaus wohnt, nach einem Treppensturz Hilfe leisten.

Dass ihre Anwesenheit geschätzt wurde, zeigt auch der Umstand, dass eine Hausbewohnerin in den frühen Morgenstunden unaufgefordert frisch gebrühten Kaffee anbot. Von den insgesamt elf Fehlalarmen allein im Juli könnte der ein oder andere auch mutwillig ausgelöst worden sein. Die Polizei ermittelt hier gegen eine verdächtigte 35-Jährige. Um den Brandschutz im Restaurantbereich sicherzustellen, müssen Hauseigentümer oder Pächter nun vorübergehend private Wachleute einsetzen. Ganz klare Anforderung an den Besitzer ist es nun aber, dass er die Brandmeldeanlage umgehend erneuert.

„Andernfalls müssten wir das Lokal eventuell schließen“, droht Oberbürgermeister Jürgen Fried als Konsequenz an. Wobei die offenbar veraltete und ungenügend gewartete Anlage nur die Spitze des Eisbergs ist. Bei der so genannten Gefahrenverhütungsschau, die Breiers Brandschutzdienststelle zusammen mit der Bauaufsicht alle drei Jahre in großen Mietshäusern durchführt, kam im Fall Corona im März eine üppige Mängelliste zusammen.
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