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Raumnot: Müssen die HTW-Studenten jetzt ins ehemalige Praktiker-Gebäude nach Kirkel?

Das fertige HTW-Hochhaus in Alt-Saarbrücken steht leer. Wann dort Lehre und Forschung beginnen, ist ungewiss.

Das fertige HTW-Hochhaus in Alt-Saarbrücken steht leer. Wann dort Lehre und Forschung beginnen, ist ungewiss.

Auf dem Papier sieht das Saarbrücker Campuskonzept der Hochschule für Technik und Wirtschaft schick aus. Parkhaus, Hochhaus, Zentralgebäude und der Altbau in Saarbrücken bilden eine Einheit. Eine Campusallee verbindet sie zu einem stimmigen Ganzen – ein Vorzeigeprojekt für die Landeshauptstadt.

Das Problem: Das Konzept stammt aus dem Jahr 2007. Die Realität acht Jahre später sieht anders aus. Die HTW hat statt 4000 nun 6000 Studenten, das Hochhaus, einer der Pfeiler des Campus-Konzepts, kann wegen des Streits um den Brandschutz seit zwei Jahren nicht bezogen werden, vom Zentralgebäude an der Malstatter Straße ist nichts zu sehen, der Altbau ist renovierungsbedürftig – und insgesamt sieht HTW-Rektor Wolrad Rommel das komplette Campus-Konzept mittlerweile als nicht mehr zeitgemäß an.

Seit 2007 sei die Zahl der Studenten der Ingenieurwissenschaften von 1200 auf 2200 gestiegen. Selbst wenn alle geplanten Gebäude fertiggestellt seien und bezogen werden könnten, werde dieses Angebot nicht genügen, „denn die Raumstruktur hinkt dem Bedarf hinterher“, so Rommel. In der Planung fehlten Flächen für die Forschung, die an der HTW mittlerweile eine sehr viel größere Rolle als noch vor einem Jahrzehnt spiele, und viele Hörsäle seien für heutige Vorlesungen zu klein bemessen. Vor allem aber fehlten Labore. „Früher bedeutete Ingenieurausbildung Tafel, Kreide, Sitzplatz – heute Laptop und Labor.“

Diese Probleme könnten auch durch den Bau des geplanten Zentralgebäudes, das den Altbau mit dem Hochhaus verbinden soll, nicht wirklich gelöst werden. Ob ein Umbau der heutigen HTW-Verwaltung im Altbau in der Saarbrücker Goebenstraße Abhilfe schaffen könnte, will der Rektor prüfen lassen. Nach dem Hickhack ums Brandschutz-Konzept im renovierten Hochhaus fürchtet er allerdings auch im Altbau auf ähnliche Probleme zu stoßen, dessen Struktur aus den 1950er Jahren stamme. Umbau und Umzug im laufenden Studienbetrieb würden zudem für Studenten und Mitarbeiter auf Jahre hinaus Stress bedeuten.

Was tun? Eine Lösung des Problems könnte in Kirkel in der einstigen Zentrale der Baumarktkette Praktiker liegen, wo der HTW-Rektor den größten Teil der Ingenieurwissenschaften unterbringen möchte.

Deren 12 000 Quadratmeter Nutzfläche entsprächen dem Bedarf der HTW-Ingenieure – das Gelände gehört über die Saarland Bau und Boden Projektgesellschaft (SBB), die es 2013 vom Praktiker-Konzern für gut zehn Millionen Euro kaufte, dem Land. Selbst wenn der Praktiker-Bau für die HTW-Ingenieure umgerüstet werden müsste, könne sich das Land bei dieser Variante finanziell besser stellen als beim vorgesehenen HTW-Ausbau in Saarbrücken , rechnet Wolrad Rommel. Beim Umzug der Ingenieurwissenschaften nach Kirkel könne möglicherweise auf den geplanten 17 Millionen Euro teuren Bau des HTW-Zentralgebäudes in Saarbrücken verzichtet werden. „Das wäre eine sachlich gute Lösung“, so Rommel. Eine Übergangslösung wäre sie freilich nicht. Ein Umzug der Ingenieure mit ihrem schweren Gerät nach Kirkel wäre eine einschneidende Veränderung. Sie müsste für wenigstens zehn Jahre Bestand haben, so Wolrad Rommel. In diesem Fall wäre die HTW in ihrer endgültigen Konfiguration dann auf drei Standorte verteilt: die Wirtschaftswissenschaften in Saarbrücken am Rotenbühl, Sozialwissenschaften, Architektur und Bauingenieure in Alt-Saarbrücken und das Gros der Ingenieure in Kirkel .

Für SBB-Geschäftsführer Thomas Schuck , der das einstige Praktiker-Areal seit Jahresbeginn zu verkaufen sucht, würden Interessent und Gebäude gut zusammenpassen. Größe und Infrastruktur seien kompatibel, es gebe Raum für Labors und Werkstätten, die Kapazitäten der einstigen Kantine passten ebenso zu den Anforderungen der Hochschule wie die über 650 Parkplätze.

Zwar gebe es auch andere Interessenten, die kaufen oder mieten wollten, doch hätten die Entscheidungen des Landes Vorrang. Und in dieser Frage tritt Rektor Wolrad Rommel jetzt aufs Gas. Er möchte bis zum Sommer grundsätzlich entschieden wissen, wie es mit der HTW weitergehen soll.

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