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Razzia: Burbacher Kneipe Drogenumschlagplatz

Saarbrücken. Die Fassade einer einst gutbürgerlichen Gaststätte im Saarbrücker Stadtteil Burbach war wohl Tarnung für einen Drogenumschlagplatz, von dem aus Teile der Saarbrücker Szene mit Kokain versorgt wurden. Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe von Zoll und Landeskriminalamt setzte letzte Woche bei einer Razzia dem Geschäft des 38 Jahre alten Wirtes und eines 35 Jahre alten Komplizen ein vorläufiges Ende.

Der türkische Gaststättenbetreiber mit Adresse in Blieskastel, der zuvor in einer Kneipe in der Saarbrücker Hohenzollernstraße aktiv war, sitzt in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen seinen Landsmann aus Saarbrücken ist, so die Polizei, gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Wie es heißt, hat der Hartz-IV-Empfänger vor dem Haftrichter die Vorwürfe teilweise eingeräumt.

Kokain in der Dunstabzugshaube
Bei der Razzia waren 40 Beamte, darunter auch Spezialkräfte, im Einsatz. Drei Wohnungen in Saarbrücken, Spiesen-Elversberg und Blieskastel sowie die beiden Saarbrücker Gaststätten wurden durchsucht. Fündig wurden die Fahnder in Burbach. Sie entdeckten in der Dunstabzugshaube in der Kneipen-Küche 16 Gramm Kokain.

Der Gastwirt selbst hatte in Hosen- und Jackentaschen 16 verkaufsfertige Kokain-Portionen zu je einem Gramm und einen Plastikbeutel mit fünf Gramm Kokain. Zudem hatte er 2300 Euro Bargeld dabei. Auch ein Teleskopschlagstock wurde beschlagnahmt.

Auf die Spur des mutmaßlichen Drogenhändlers aus Burbach waren die Ermittler durch ein jüngst rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren gekommen. So soll im Dezember 2009 ein Türke aus Völklingen mit 500 Gramm Kokain von dem Saarbrücker Wirt beliefert worden sein.

Geldschein-Bündel auf dem Tisch
Im Mai stellten die Ermittler 30 Gramm Heroin und 20 Gramm Kokain im Umfeld der Saarbrücker Gaststätte sicher. Interessante Feststellung am Rande der Razzia: In der Burbacher Gaststätte florierte wohl das illegale Glücksspiel. Auf einem mit Filz ausgelegten Würfeltisch lagen Bündel mit Geldscheinen, die keinem der zwölf anwesenden Gäste (elf Männer und eine Frau) mehr gehören sollten. Ein Gast hatte übrigens 6000 Euro bar in der Tasche. Im Auto eines Gastes fanden die Polizisten eine scharfe Pistole samt Munition.

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