L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Razzia: Steuerfahnder klopfen an Saarlands Türen

Saarbrücken. Nicht wenige Saarländer bekommen in den kommenden Tagen und Wochen „ungebetenen Besuch“. Steuerfahnder stehen vor der Tür, häufig begleitet von Betriebsprüfern. Die saarländische Finanzverwaltung überprüft 30 spektakuläre Fälle, in denen nach Auskunft von Finanz-Staatssekretär Gerhard Wack „systematische Steuerhinterziehung in Verbindung mit erhöhter kriminellen Energie“ festgestellt wurde.

Erste Durchsuchung im Großraum Merzig

Die Gesamt-Schadenssumme beträgt voraussichtlich 35 Millionen Euro. Damit sei das obere Ende der Fahnenstange voraussichtlich noch nicht erreicht. Denn während die saarländischen Fahnder gestern in einer ersten Durchsuchung im Großraum Merzig umfangreiches Material sichergestellt haben, traf etwa zeitgleich von der Steuerfahndung aus Wuppertal eine zweite Liste mit weiteren Namen und verdächtigen Kontobewegungen ein. Unter den Namen auf der ersten Liste, die gerade geprüft wird, sind nach Auskunft von Staatssekretär Wack zehn bis zwölf „dicke Fische“. In einzelnen Fällen geht es sogar um Beträge von ein bis zwei Millionen Euro.

Auf die Spur der Steuersünder kamen die Ermittler durch eine „CD Luxemburg“, die kürzlich von Nordrhein-Westfalen angekauft worden ist. Drei Millionen Euro habe die CD gekostet. Davon entfällt auf das Saarland ein Kostenanteil von rund einem Prozent.


Neue Größenordnung an krimineller Energie

Die CD enthält nach Auskunft von Wack Kundendaten der englischen Bank HSBC, die mit einer Filiale im Großherzogtum Luxemburg angesiedelt ist. Ob die Bank selbst den Steuersündern aktiv behilflich war, sei noch nicht geklärt. Die „CD Luxemburg“ habe die Ermittler jedoch mit einer neuen Größenordnung an krimineller Energie konfrontiert. „Es ist eine gewisse Professionalität dabei“, so Wack. Im Gegensatz zu zwei bereits früher angekauften CD´s aus Liechtenstein beziehungsweise der Schweiz sei bei den jetzt aufgetauchten Fällen erstmals auch mit Deckadressen gearbeitet worden. So könne man nicht sofort zweifelsfrei feststellen, ob es sich jeweils um Straftaten eines Unternehmens oder von Privatpersonen gehandelt hat, die sich hinter einem Decknamen verbergen. Wack ließ jedoch duchblicken, ohne nähere Einzelheiten zu nennen, dass es sich diesmal um Betroffene „aus allen Bevölkerungsgruppen handelt: quer durch den Garten“. Bis hin zu Handwerkern.

Weiter hieß es, unter den Beschuldigten seien auch Unternehmen mit Sitz im Saarland, die überregionale Geschäftsbeziehungen unterhalten. Deshalb werde zudem überprüft, inwieweit sich Querverbindungen zu anderen Bundesländern herstellen lassen. Ob auch prominente Saarländer zu den Beschuldigten gehören, ließ Wack offen. Die angekaufte CD enthält keinen Stichtag. Es können also vorher und nachher noch weitere verdächtige Kontobewegungen stattgefunden. Dies alles umfassend zu klären, ist jetzt die Aufgabe von langen Zeugenbefragungen.

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