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Razzia: Untreue-Verdacht gegen Schreier und Burkert

Wegen Untreue-Verdacht : Razzia in der Saarbrücker Saartoto-Zentrale, bei der Spielbank sowie an den Privatadressen von Ex-Geschäftsführer Jürgen Schreier (CDU) und Saartoto- und Spielbank-Chef Michael Burkert (SPD).

Wegen Untreue-Verdacht : Razzia in der Saarbrücker Saartoto-Zentrale, bei der Spielbank sowie an den Privatadressen von Ex-Geschäftsführer Jürgen Schreier (CDU) und Saartoto- und Spielbank-Chef Michael Burkert (SPD).

Saarbrücken. Nach den Aktivitäten des Projektsteuerers Gerd Marx im Auftrag der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz steht jetzt dessen Wirken bei der Saarland Sportoto GmbH und der Saarland Spielbank GmbH im Blickpunkt der Staatsanwaltschaft. Gegen Marx, bei dem gestern erneut durchsucht wurde, wird derzeit in diesem Zusammenhang nicht ermittelt, vielmehr gegen seine Auftraggeber. Kriminalbeamte rückten gestern zu richterlich angeordneten Durchsuchungen in der Saarbrücker Saartoto-Zentrale, bei der Spielbank sowie an den Privatadressen von Ex-Geschäftsführer Jürgen Schreier (CDU) und Saartoto- und Spielbank-Chef Michael Burkert (SPD) an. Pressestaatsanwalt Erik Schweitzer bestätigte Ermittlungen gegen beide wegen Untreue-Verdacht. Hintergrund sind zwei Projektsteuererverträge mit Marx, die Schreier und Burkert im April 2010 unterschrieben haben. Damit wurde Marx die Abwicklung aller „Neu- und Umbaumaßnahmen, Modernisierungs- und Instandhaltungs/Instandsetzungsarbeiten sowie Bauvorhaben an sämtlichen Immobilien und Liegenschaften“ von Saartoto und deren Tochterfirma, der Spielbank, übertragen. Saartoto gehört mehrheitlich dem Saarland. Mitgesellschafter ist der Landessportverband. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Marx deutlich überhöhte Honorare zugebilligt wurden. In einem Vertrag, der unserer Zeitung vorliegt, wurde für ihn ein Stundensatz von 150 Euro plus Mehrwertsteuer vereinbart. Für kaufmännische Mitarbeiter wurden 90 Euro netto berechnet. Nach derzeitigem Stand der Dinge gehen die Ermittler von einem Schaden für die Firmen von etwa 16?000 Euro aus.

Schreier, der Mitte des Monats aus Saartoto-Diensten ausschied, hatte wegen Vorteilsnahme einen Strafbefehl über 24?000 Euro akzeptiert. Dabei ging es um einen „Herrenabend“ im Zusammenhang mit dem Museumsneubau, zu dem sich Schreier von dem Projektsteuerer hatte einladen lassen. Sein Verteidiger Guido Britz zeigte sich gestern von der Durchsuchung überrascht, da er der Staatsanwaltschaft Zusammenarbeit angeboten und Unterlagen zur Verfügung gestellt hatte. Britz will gegen den Durchsuchungsbeschluss Beschwerde einlegen.

Burkert sagte unserer Zeitung: „Ich war und bin völlig perplex. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und werde natürlich mit Polizei und Staatsanwalt zusammenarbeiten.“ Nach Angaben von Innenministerin Monika Bachmann (CDU), Saartoto-Aufsichtsratschefin, treffen sich die Aufsichtsräte von Saartoto und Spielbank heute zu einer Sondersitzung

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