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Rehlingen-Siersburg: Möglicherweise 3000 Jahre alte Burgmauer gefunden

Ein alter Wall bei Rehlingen-Siersburg sollte bloß aufgehübscht werden. Doch nach wenigen Spatenstichen stieß Archäologe Wolfgang Adler auf Mauern und ahnte: Das könnte die älteste bekannte Festung im Saarland gewesen sein.

Rehlingen-Siersburg. Schnur gerade führt der Premiumwanderweg durch den Laubwald auf dem Königsberg abseits von Rehlingen-Siersburg. An einer Stelle durchschneidet er einen Wall, den Fachleute schon lange als vorgeschichtlich erkannt haben. In den vergangenen drei Wochen sollten Mitarbeiter eines Projektes der Arbeiterwohlfahrt Rehlingen-Siersburg die Stelle optisch herrichten. Einen halben Meter unter dem Weg aber stießen sie auf Mauern.

Archäologe Wolfgang Adler vom Landesdenkmalamt staunte. Was er sah, deutete auf eine Befestigung aus der späten Bronzezeit hin. Die Mauer könnte aus der Urnenfelderzeit stammen. Das war die in fast ganz Europa einheitliche Kultur, aus der Jahrhunderte später die Kelten hervorgingen. Sollte sich die Datierung, etwa 1000 vor Christus, bestätigen, stünde auf dem Königsberg die älteste bekannte Befestigung des Saarlandes.

90 Meter lange Mauer
Die Mauer, sagt Adler, wurde in Trockenbauweise errichtet, also nur aus Steinen, vermutlich 2,50 Meter hoch. Die Steine wurden aus dem Sandsteinfels unmittelbar vor der Mauer gebrochen. So entstand entlang der Mauer ein Graben, den man heute noch sieht. Das Bollwerk riegelt über eine Länge von 90 Metern einen Bergsporn Richtung Saar ab. Rechts und links geht die Mauer, heute ein Wall, in steile Abhänge über.  Völlig offen bleibt, ob sich auf dem Gelände Häuser befanden, oder ob es sich um eine reine Fliehburg handelte.

In dem Stückchen, das ausgegraben wurde, fand sich der Ansatz des Tores – Ausgräberglück. Das Tor lag nicht in der Mitte, sondern an einer Seite des Walls. Adler hofft, nächstes Jahr nach dem Gegenstück des Tor-Ansatzes suchen zu können. Die Anlage ist von keinen späteren Nutzern überbaut worden. Adler: „Das ist selten.“

Womöglich ist die Befestigung noch älter. Die Innenseite der Mauer stützt eine Rampe aus Lehm und Gestein. Adler datiert sie als Teil eines Vorgängerbaus. Zum Schutz wird die Ausgrabungsstelle jetzt wieder zugeschüttet. Die Anlage ist die früheste einer ganzen Kette von Befestigungen auf Bergspornen dort, wo Lothringen ins Saarlouiser Becken abbricht.

Möglicherweise erste keltische Siedlungs-Funde
Auf dem benachbarten Limberg finden sich drei zum Teil sehr große Wälle, die in keltische Zeit um 500 vor Christus datiert werden. Die nahe mittelalterliche Siersburg hatte wahrscheinlich einen römischen Vorgänger. Die Teufelsburg (Überherrn) und ihr Vorgänger auf dem Humburg (Wallerfangen) haben laut Adler ihre Ursprünge erst im frühen Mittelalter.

Die vielen Befestigungen spiegeln die Bedeutung der Region in der Vorgeschichte. Bislang sind Siedlungen aus keltischer Zeit und davor nicht gefunden worden. Dafür aber zeigen in der Umgebung keltische Grabfunde mit viel Schmuck Reichtum einer Führungselite an. In Wallerfangen-St. Barbara wurde seit der Römerzeit Kupfererz abgebaut. Vielleicht, sagt Adler, hat der Abbau des teuren Erzes schon viel früher begonnen. Archäologisch habe sich das bislang nicht nachweisen lassen.









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