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Rembrandt-Ausstellung: Saarbrücker Moderne Galerie wieder teilgeöffnet

Es wird eine Doppelpremiere. Erstmals zeigt das Saarlandmuseum eine Rembrandt- Ausstellung. Und erstmals seit Schließung der Modernen Galerie im Februar 2011 dürfen die Besucher wieder hinein in den Wechselausstellungs-Pavillon. Rund 500 Quadratmeter davon werden zugänglich gemacht, wie eine „Schatzhöhle“ soll der Raum wirken, so die Interims-Chefin des Saarlandmuseums, Kathrin Elvers-Svamberk. Die Wände würden in „Graphitbraun“ gestrichen. Eine wohl schwer definierbare Farbe. Am besten stellt man sie sich ähnlich vor wie den Strich in den grafischen Werken Rembrandt Harmensz van Rijns (1606-1669). Der war schon zu Lebzeiten der berühmteste Maler des „Goldenen Zeitalters“, dem niederländischen Barock. Bis heute gilt sein grafisches Werk als Höhepunkt der Radierkunst.

Das Schweriner Museum besitzt mit 168 Werken eine der breitesten Sammlungen. Weil das Saarlandmuseum den Schwerinern vor geraumer Zeit eine Werkgruppe des Brücke- Malers Ernst Ludwig Kirchner ausgeliehen hat, darf es sich jetzt „bedienen“. Rund 80 Werke hat Kurator Roland Augustin (Saarlandmuseum) aus den Schweriner Beständen ausgewählt, um sie in Saarbrücken unter einem speziellen Aspekt zu zeigen. „Rembrandt und die Moderne“ lautet der Titel der Schau, die den niederländischen Meister als Inspirationsquelle für die Berliner Sezessionisten vorstellt und ihn so in Beziehung setzt zur hiesigen Grafischen Sammlung, zu rund 20 Blättern von Corinth, Slevogt oder Liebermann. Von letzterem, Max Liebermann, stammt das Diktum: „Wenn man Frans Hals sieht, bekommt man Lust zu malen. Wenn man Rembrandt sieht, möchte man aufhören.“ Doch die avantgardistischen Sezessionisten machten genau das Gegenteil: Sie lernten vom alten Meister. Angeblich soll sich später auch Picasso an Rembrandts Innovationsgeist geschult haben.

Denn Rembrandt war auf druckgrafischem Feld der erfindungsreichste Künstler seiner Zeit. Wohl auch der teuerste, wie das legendäre „Hundertguldenblatt“ (1643/ 1649) belegt. In Holland kosteten damals Gemälde angesehener Künstler zehn Gulden; so waren 100 Gulden für eine Graphik ein astronomischer Preis. Doch Rembrandt galt wohl schon damals als Rebell und Genie. Man geht davon aus, dass er in vielen Radierungen ohne Vorzeichnung direkt auf die Platte gearbeitet hat. So machte er das Skizzenhafte und Unvollendete erstmals salonfähig. Auch wandte er sich von den akademischen Sujets ab und integrierte Alltägliches in seine Bilder. „Er war eine anarchische Persönlichkeit“, sagt Elvers-Svamberk.

Die neue Museumschefin verspricht, dass man ihn als solchen in der Saarbrücker Ausstellung wiederfinden wird. Für Rembrandts legendäre Landschaftsgrafiken muss man jedoch nach Frankfurt fahren. Nahezu zeitgleich zur Saarbrücker Ausstellung zeigt das Städel Museum 62 eigene grafische Blätter. „Wir machen uns keine Konkurrenz, im Gegenteil, wir profitieren voneinander“, sagt Elvers-Svamberk. In Saarbrücken wie in Frankfurt würden die Besucher auf das jeweils andere Projekt hingewiesen. 

Rembrandt und die Moderne: Moderne Galerie, 28. September bis 5. Januar 2014. Rembrandt. Landschaftsradierungen aus dem Städel Museum, 28. August bis 24. November.


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