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Renaissance-Gemäuer am St. Johanner Markt entdeckt

Nachrichten aus der Region Saarbrücken.

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Saarbrücken. Den großen, dunkelroten Baukran auf dem St. Johanner Markt sieht man ohne Probleme. Aber was sich hinter den hohen Bauzäunen verbirgt, das können die vorbeischlendernden Passanten nicht erahnen. Denn neben dem üblichen Staub und Dreck einer Baustelle wahrt das Gebäude antikes Gemäuer. Dort wo früher die zwei Wohnhäuser St. Johanner Markt 41 und 43 noch voneinander getrennt waren, steht heute eine nur noch teilweise intakte Wand. Mitarbeiter des Bauunternehmens Schmeer entdeckten das altehrwürdige Gebälk und Gemäuer erst vollständig bei dem Vorhaben, beide Häuser miteinander zu verbinden. Hervor kam eine Konstruktion aus Holz und Sandstein. An die wagt sich Restaurator Niko Leiss nur mit Miniaturwerkzeug. Er erzählt: „Im Jahr 1502 gab es in Saarbrücken einen Stadtbrand.“ Beim Wiederaufbau der Häuser sei bereits ein Teil der Konstruktion entstanden. Dieser Teil des Gebälks stammt nach Leiss’ Schätzung aus dem Jahr 1504. Nach und nach sei dann das Gebäude erweitert worden. Diese Art der Erweiterung sei „ein typisches Merkmal der Renaissance“, sagt Leiss, „genauso wie der Sandstein“. Die Fachwerkwand soll etwas später dazugekommen sein, er schätzt sie auf circa 300 Jahre. Ebenfalls angebaut wurde ein kleiner Turm mit Treppe und Fenster. „Das hat man damals gerne gemacht“, meint Leiss, „man hat die Treppe oft nach
außen verlagert“. Die antike Wand und auch das Treppentürmchen befinden sich heute innen.

Doch nur weil die Trennwand und der Turm alt sind, heißt es noch lange nicht, dass sie nun weg sollen. Dekorativ macht die alte Baukunst noch so einiges her. Und denkmalgeschützt ist sie nun auch, genauso wie die Fassade. An der steht noch groß ein alter Schriftzug, erinnert an das Weinhaus, das es mal hier gab, gefolgt von einem China-Restaurant.
Was aus den insgesamt 1200 Quadratmetern Fläche jetzt werden soll, weiß der Leiter der Baufirma, Torsten L. Schmeer, schon genau. Im Erdgeschoss hält eine Filiale der Designer-Boutique SØR Einzug. In den oberen Stockwerken entstehen hochwertige Wohnräume, sowohl zum St. Johanner Markt hin als auch zur dahinter liegenden Kronenstraße. Dazwischen befindet sich auf dem Dach des ersten Stockwerks ein kleiner Hof. Gleich dem alten Renaissance-Prinzip wird auch dort außen angebaut.

Über dem Hof sollen einzelne Stege zu den Wohnungseingängen führen. „Höhenangst darf man da nicht haben“, sagte Bauleiterin Ivona Petrovic.
Wer keine Treppen steigen kann oder will, für den ist der neu eingebaute Fahrstuhl eine erhebliche Erleichterung. „Ziel war es auch, die Wohnungen für Rollstuhlfahrer bewohnbar zu machen“, sagt Schmeer. Fertig sein soll das Gebäude Anfang 2013.

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